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Dormagen: Die Trödel-Königinnen

Dormagen : Die Trödel-Königinnen

Alles begann in der Garage: Bettina Kluth hatte ausgemistet und das "Altmaterial" auf zwei Tischen verteilt. Nun organisiert sie den vierten "Trödelmarkt von Nachbarn und Freunden" mit immerhin fast 40 Ständen.

Porzellan, Stofftiere, Kleidung, Bücher, Haushaltsgeräte, Schmuck, Taschen — das Angebot ist riesig, jedoch alles gebraucht, wie es sich für einen guten Trödelmarkt gehört. "Alles, was im Keller herumliegt und noch Verwendung finden kann, kommt bei uns auf den Tisch", sagt Bettina Kluth, Organisatorin des "Trödelmarkt von Nachbarn und Freunden", der in seiner vierten Auflage am Sonntag, 29. Mai, bereits einen ganzen Straßenzug füllt.

"38 Anmeldungen haben wir bis jetzt", teilt Bettina Kluth mit. Und die werden alle auf der Straße "Am Latourshof" stehen. Dort wohnt auch ihre Mutter, Irmgard Heiliger, die längst in die Organisation mit eingebunden wurde. Bereits im Januar kümmern sich die beiden Damen um einen geeigneten Termin. "Wir achten darauf, dass wir einen Tag auswählen, an dem es in der Umgebung kein Dorf- oder Feuerwehrfest gibt", erzählt die 42-jährige Angestellte. Und Mutter Irmgard (59) fügt hinzu: "Und natürlich keinen anderen Trödelmarkt."

Tische werden an die Freunde und Nachbarn nicht vermietet, was die Organisation von einer professionellen unterscheidet, sondern jeder Aussteller muss selbst sehen, wie und worauf er seine Waren feil bietet. Nur "gebraucht" müssen sie sein — darauf wird größter Wert gelegt, denn sonst sei es ja, da sind sich Mutter und Tochter einig, kein Trödel.

Zum ersten Mal soll es am 29. Mai eine Cafèteria geben. Und die Aussteller wurden gebeten, dafür einen Kuchen zu spenden. "Das Geld, das wir damit erwirtschaften, werden wir einem Kindergarten spenden", erklärt Bettina Kluth. Für sie ist der Trödelmarkt auch ein großes Nachbarschaftsfest. "Viele sieht man das ganze Jahr über kaum, andere, die neu hinzugezogen sind, kennt man noch gar nicht. Und so dient der Markt auch dazu, einander kennen zu lernen."

Wer allerdings an diesem Sonntag lange ausschlafen möchte, hat Pech gehabt. Zwar nicht, wenn's noch dunkel ist, aber schon so gegen 8 Uhr kommen die ersten aus ihren Häusern und Wohnungen, bauen ihre Tische auf und stapeln ihre Waren. Was nicht verkauft wird, wandert zurück in die Kisten und dann wieder in den Keller. Denn der nächste Trödelmarkt kommt bestimmt. "Ich gehe immer mit einer Liste herum und frage schon einmal ab, wer im nächsten Jahr wieder dabei sein möchte", erklärt Bettina Kluth.

Allmählich jedoch wird der Platz "Am Latourshof" eng. 2009 gab es übrigens zehn, ein Jahr später bereits 30 Aussteller. Nun ist die 40 fast erreicht. "Durch Mundpropaganda melden sich auch Leute, die aus ganz anderen Stadtteilen kommen", so Irmgard Heiliger.

(NGZ)