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Dormagen: Bayer beantragt TDI-Anlage

Dormagen : Bayer beantragt TDI-Anlage

Bayer MaterialScience hat den Bau einer 150 Millionen Euro teuren TDI-Anlage bei der Bezirksregierung Köln beantragt. Ab 2014 soll im Chempark Weichschaum produziert werden, aus dem etwa Matratzen hergestellt werden.

Die Fachleute der Bezirksregierung Köln haben derzeit alle Hände voll zu tun. 20 Aktenordner stark ist der Antrag von Bayer MaterialScience für den Bau einer 150 Millionen Euro teuren so genannten TDI-Anlage im Chempark Dormagen. Ab 2014 will die Kunststoffsparte des Unternehmens dort Salzsäure und Toluylendiisocyanat (TDI) produzieren. Der Weichschaum wird zum Beispiel in Autositzen, Sofas oder Matratzen verwendet. "Wir sind zuversichtlich, dass die Bezirksregierung zu einem ähnlichen Ergebnis kommt wie wir", sagte gestern Dieter Kuhne, Leiter der TDI-Produktion in Dormagen. Der TÜV Süd hatte Bayer bescheinigt, dass sich "keine nachteiligen Auswirkungen von Zusatzbelastungen für angrenzende Wohngebiete und Freiflächen" ergeben. Für die Umweltverträglichkeitsprüfung wurde ein Radius von drei Kilometern um die Anlage untersucht. Das umschließt einen großen Teil der Dormagener Innenstadt und Hackenbroichs.

Dieter Kuhne und Walter Leidinger mit TDI-Autositz. Foto: S. Büntig

Kritisch betrachtet wird die giftige gelbliche Flüssigkeit TDI allerdings auf der anderen Rheinseite. So hatte sich der Planungsausschuss in Monheim mit dem Anlagenbau beschäftigt. Bayer hat sich derzeit einen Informationsmarathon auferlegt, um Bürgerschaft und Politik über die Planungen in Kenntnis zu setzen. Wenn die Bezirksregierung bestätigt, dass die Unterlagen vollständig sind, sollen sie vier Wochen lang in Dormagen, Köln und Monheim öffentlich ausgelegt werden. "Wir rechnen damit, dass das Ende Mai sein wird", so Kuhne. Im Oktober soll es schließlich einen Erörterungstermin geben.

Dass die Anlage sicher ist, versuchten die Unternehmensvertreter gestern noch einmal zu bekräftigen. So soll der Bau komplett eingehaust werden. Sensoren prüfen ständig die Raumluft. Die Luft werde fünf Mal in der Stunde abgesaugt. "Wir können die Anlage zudem innerhalb von Minuten auf Knopfdruck abfahren", versichert TDI-Fachmann Kuhne. Der bei der Produktion anfallende TDI-Rückstand, ein Granulat, soll verbrannt werden; Salzsäure, die nicht verwendet wird, kann zur Not in Kochsalz umgewandelt und verträglich in den Raum abgeleitet werden.

"Diese Investition ist ein Bekenntnis zum Industriestandort Nordrhein-Westfalen. Sie soll Dormagen als globales TDI-Technologiezentrum stärken und die Wettbewerbsfähigkeit des Chemparks Dormagen sowie die Arbeitsplätze im Betrieb und in der Region dauerhaft sichern", erklärt Tony Van Osselaer, bei MaterialScience zuständig für Produktion und Technologie. Insgesamt 15 neue Arbeitsplätze sollen in Dormagen entstehen. Chemparkleiter Walter Leidinger ist sich sicher: "Das ist für unseren Standort der nächste Meilenstein."

(NGZ)