Dinslaken: "Pre-Alphakurs": Flüchtlinge erlernen das Lernen

Dinslaken: "Pre-Alphakurs": Flüchtlinge erlernen das Lernen

Dinslakener Stadtverwaltung zieht positive Bilanz aus dem Modellprojekt.

Das Dinslakener Angebot, das Lernen zu erlernen, hat sich bewährt. Eine Gruppe Teilnehmer unterschiedlicher Nationalitäten, wohnhaft in Dinslaken und Voerde, lernte im Rahmen des Modellprojekts "Pre-Alphakurs" gemeinsam im Berufskolleg Dinslaken. Der Kurs richtete sich an Flüchtlinge, die bisher wegen diverser Hinderungsgründe nicht an einem Integrationskurs oder einem vergleichbaren Angebot teilnehmen konnten. In Kooperation mit dem Internationalen Bund fand der freiwillige und kostenfreie Kurs an drei Tagen in der Woche von Mitte Februar bis Anfang Mai statt.

Ziel des Modellprojekts war, Flüchtlinge aus verschiedenen Herkunftsländern schrittweise an eine Tagesstruktur (wieder) heranzuführen, sie auf den Umgang mit Büchern und Schreibmaterial vorzubereiten und ihnen demokratische Werte in Deutschland näher zu bringen.

Der soziale Umgang miteinander und das Lernen in einem Kurs mit und von Frauen gehörten ebenso zum Unterricht wie das Erlernen von Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Offenheit im Austausch innerhalb einer kulturell vielfältigen Gruppe. "Alle Teilnehmenden waren unglaublich motiviert und lernbegierig. Der Unterricht machte richtig Spaß", so Dozentin Funda Sakar. Durch Unterstützung durch die Dinslakener Stadtverwaltung, insbesondere durch Holger Mrosek, Leiter Stabsstelle Sozial- und Jugendhilfeplanung, konnte das Vorhaben in Zusammenarbeit mit lokalen Bildungsakteuren realisiert werden.

  • Kreis Wesel : Zuwanderer lernen in Modellprojekt

"Ein überregionaler Transfer des Pre-Alpha-Konzepts als gutes, praxisnahes Beispiel zur Flüchtlingsintegration ist durchaus denkbar und wünschenswert", erklärt Nadia Kraam, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte vom Kommunalen Integrationszentrum Kreis Wesel.

Sie initiierte den Kurs im Rahmen des bundesweiten Förderprogramms "Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte".

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend förderte das Modellprojekt im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben".

(RP)
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