Dinslaken: Wie Eppinghoven sich verändert

Dinslaken: Wie Eppinghoven sich verändert

RP-Leser Wilhelm Ebbers hat in einem Buch von Johannes Vahnenbruck geblättert: Das Ergebnis ist ein nostalgischer Spaziergang durch einen Dinslakener Stadtteil im Umbruch.

Schon als Junge hat sich Johannes Vahnenbruck für die Geschichte Eppinghovens interessiert. Seit seinem zwölften Lebensjahr sammelte er Bilder, Berichte, Geschichten und Pläne über seine Heimat, der er sich zeitlebens verbunden fühlte. Ebenso wie der Kirche Sankt Johannes, wo er lange als Küster tätig war. Erst im Ruhestand setzte Johannes Vahnenbruck seine Idee um, "seinem" Dinslakener Stadtteil mit einem Buch ein Denkmal zu setzen. Der Titel: "Liebenswertes Eppinghoven". Vahnenbruck hat das Erscheinen nicht mehr miterlebt, am 26. Dezember 2003 ist er gestorben. Dass dieses Büchlein von Heimatfreunden noch immer in Ehren gehalten wird, zeigt ein Beitrag, den uns RP-Leser Wilhelm Ebbers zugesandt hat. "Ein paar alte Fotos sind Anlass für diesen Bericht", schreibt Ebbers und macht sich so seine Gedanken über einen Stadtteil im Umbruch.

"In den vergangenen Jahren haben gewaltige Baumaßnahmen Eppinghoven sehr stark verändert. Seit 2014 ist der Stapp, beliebtes Ausflugsziel am Rhein, betroffen. Die Großbaustelle, die Verlegung der Emscher mit neuer Brücke an der Hagelstraße, und die Verlegung der Emschermündung von Dinslaken auf Voerder Gebiet sind doch große Einschnitte zwischen dem Stapp und Haus Wohnung.

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Das Lokal Haus Stapp (Brinkmann) gibt es nicht mehr und der Emscherhof an der neuen Emscher-Mündung wird bestimmt bald das Ziel zahlreicher Wanderer, Radfahrer und Ausflügler sein. Mit der Bebauung der großen Obstplantage an der Eppinkstraße ; sowie an der Rotbachstraße ist für viele Menschen der Traum eines eigenen Hauses Wirklichkeit geworden. Eine positive Entwicklung für diesen Wohnbereich in Dinslaken. Als negativ kann man dagegen den augenblicklichen Beginn der Bebauung an der Kerkmannstraße und Eppinkstraße ansehen. Mit großen Bauschildern wurde schon vor Monaten darauf hingewiesen.

So eine gewaltige Veränderung des Ortskernes, in der Nähe der Sankt Johannes Kirche, passt nach Meinung sehr vieler Menschen nicht zu Eppinghoven. Nach der Fertigstellung dieser neuen Bau- objekte könnte, im Bild der Ortsmitte, die wunderschöne katholische Kirche wie ein Fremdkörper wirken. Durch die gewaltigen baulichen Veränderungen im Dorf und das Betrachten der alten Fotos erinnert man sich an schöne, gute alte Zeiten. Denn das gesellschaftliche, nachbarschaftliche Leben in Eppinghoven hat sich mit verändert. Im kirchlichen Bereich, im Schützenverein, in der Feuerwehr oder Kirchenchor ist noch freundschaftliches Miteinander vorhanden. Doch gibt es noch wie früher den traditionellen, sonntäglichen Frühschoppen in der gemütlichen Dorfkneipe? Man ging zum Feldhandballspiel von Rheinwacht Eppinghoven. Es gab im Dorf eine Kirmes, und am Stapp die beliebte Hahne-Kirmes. In Eppinghoven wurde immer, auch heute noch, gern gefeiert. Sonntags gab es bei Brinkmann am Stapp im Sommer Tanz im Freien. Zurückschauend hat der verstorbene Johannes Vahnenbruck sein kleines Buch "Liebenswertes Eppinghoven" richtig benannt. Könnte er das heute noch? Wahrscheinlich nicht."

(RP)
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