Nach inoffizieller Einweihungsfeier: Klage über das politische Klima in Dinslaken

Nach inoffizieller Einweihungsfeier: Klage über das politische Klima in Dinslaken

Jugendhilfeausschuss: Einige Mitglieder üben scharfe Kritik am Umgang mit Thomas Giezek.

Das Thema stand nicht auf der Tagesordnung. So ganz unkommentiert wollten einige Vertreter des Jugendhilfeausschusses die Diskussion um den Ausschussvorsitzenden Thomas Giezek (SPD) dann aber in der gestrigen Sitzung des Gremiums doch nicht lassen. Die CDU-Fraktion hat bekanntlich gefordert, dass Giezek von seinem Amt zurücktritt. Grund für diese Forderung der Christdemokraten ist, dass Giezek einige Mitstreiter aus dem Ausschuss zu einer "inoffiziellen Einweihungsfeier" auf den umgestalteten Spielplatz an der Ziegelstraße eingeladen hatte. Damit habe Giezek sein Amt missbraucht und die anderen an der Entwicklung der Spielplätze Beteiligten vor den Kopf gestoßen.

Jürgen Weber als einer der Vertreter der Jugendhilfe-Träger berichtete im Ausschuss, dass er darauf angesprochen worden sei, dass "das Fell des Vorsitzenden" des Jugendhilfeausschusses ja wohl schon verteilt sei und spielte damit auf Gerüchte an, dass die SPD-Fraktion plant, Giezek durch Kristina Grafen zu ersetzen. Weber nannte den gesamten Vorgang "verwerflich". Er hoffe, dass der Ausschuss in der jetzigen Besetzung bis zum Ende der Wahlperiode zusammenarbeiten werde.

Lilo Wallerich von den Grünen beklagte in einem sehr emotionalen Redebeitrag, dass die beiden großen Fraktionen von CDU und SPD ohnehin machten, was sie wollten und protestierte dagegen, dass "offenbar Köpfe rollen sollen". Jutta Frenk von der Unabhängigen Bürgervertretung bezeichnete den menschlichen Umgang miteinander als der Politik unwürdig. Zuvor hatte Gerd Baßfeld von den Linken ganz allgemein das politische Klima scharf kritisiert.

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"So wie es zurzeit in der Dinslakener Politik zugeht, kann es nicht weitergehen," sagte Baßfeld. Er erwarte von Bürgermeister Michael Heidinger, dass er die Fraktionsvorsitzenden zusammenhole und auf sie einwirke, damit die Politik wieder zu einer an der Sache orientierten Zusammenarbeit zurückfinde. Die Sprecher von CDU und SPD meldeten sich zu diesem Thema nicht zu Wort.

In Sachen "Huberts" möchte der Ausschuss jedenfalls zu sachlichen Gesprächen finden. Der Caritasverband hatte, wie berichtet, mitgeteilt, dass er den Jugendtreff, der in die Kritik geraten war, geschlossen hat. Thomas Giezek berichtete, dass er mit Caritasdirektor Michael van Meerbeck telefoniert habe und der zu einem Gespräch mit den jugendpolitischen Sprechern der Fraktionen bereit sei.

Der Ausschuss, der einhellig bedauerte, dass die Einrichtung geschlossen ist, befürwortete ein solches Zusammenkommen. Sollte sich zeigen, dass es eine Möglichkeit gibt, das "Huberts" zu retten, soll auch das Kinder- und Jugendparlament zu weiteren Gesprächen hinzugezogen werden. Für die SPD-Fraktion machte Kristina Grafen deutlich, dass die 30.000 Euro, mit der die Stadt den Jugendtreff bislang unterstützt hat, auf jeden Fall weiter für die Jugendarbeit zur Verfügung stehen sollen.

(RP)