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Region plant Zukunft gemeinsam

Region plant Zukunft gemeinsam

Flächen für Wohnbau oder Gewerbe, Pendlerströme und Verkehrsmittel – die Themen für die Zusammenarbeit von Kommunen sind vielfältig und besonders für die wachsende Stadt Düsseldorf wichtig. Eine Basis ist der Regionalplan, der derzeit bei der Bezirksregierung neu aufgestellt wird.

Der von Düsseldorfs OB Dirk Elbers kurz nach seiner Wahl 2008 ausgerufene Gipfel der Stadtspitzen aus der Region lässt noch immer auf sich warten. Auf anderen Ebenen werden Möglichkeiten regionaler Zusammenarbeit längst ausführlich diskutiert. Die Bezirksregierung stellt den neuen Regionalplan auf. Dafür werden mit Entscheidungsträgern des Bezirks Leitlinie erarbeitet. Die Ideen fließen ab 2012 in das formale Verfahren ein. Jetzt liegt ein Zwischenbericht vor.

Metropolregion Rheinland Dieses Modell wird besonders von der Industrie- und Handelskammer befürwortet. Ziel ist, dass sich die Kommunen im Rheinland zu einem wirtschaftlichen Verbund zusammenschließen, um sich so international stark vermarkten zu können. Auf der Münchner Immobilienmesse Expo Real hat es dazu bereits eine Runde unter anderem mit Elbers und seinem Kölner Amtskollegen Jürgen Roters gegeben. Vor allem mittelgroße Städte entlang der Rheinschiene wie Langenfeld, Monheim und Willich wollen dieses Projekt schneller vorantreiben. Die Region soll laut Regionalplan auch in ihrer Vielfalt gestärkt, Synergien sollen genutzt werden.

Wachstum Düsseldorf ist laut dem Bericht die einzige Stadt im Regierungsbezirk, die dauerhaft ein positives Bevölkerungswachstum verzeichnen wird. In den nächsten Jahren soll die Zahl der Einwohner die 600 000-Marke überspringen. Davon profitierten auch umgebende Städte und Gemeinden. Wichtig sei, negative Folgen des Wachstums zu begrenzen. Die regionale Zusammenarbeit soll helfen, dass für alle ein Mehrwert entsteht. Etwa bei der Entwicklung von Wohnbauflächen – die sind in Düsseldorf nämlich mit nur noch 400 Hektar knapp. Vor allem die Kreise Neuss und Mettmann wollen deshalb zusätzliche Wohnbauflächen ausweisen. Angedacht ist ein regionales Flächenmanagement, in das auch Duisburg einbezogen werden soll.

Infrastruktur Angesichts des Bevölkerungswachstums in Düsseldorf soll die Landeshauptstadt auch bei der Infrastruktur gemeinsam mit den Städten und Kreisen in der Nachbarschaft Modelle erarbeiten, um Belastungen durch Pendlerströme zu minimieren. Alle Teilnehmer der Regionalplan-Treffen sind sich einig, dass Düsseldorf "nicht im Stau stehen" dürfe. Die IHK Düsseldorf betont, dass angesichts des zu erwartenden enorm steigenden Verkehrsaufkommens die Kombination und Vernetzung aller Verkehrsarten nötig ist. Zudem macht sie sich dafür stark, Hafenflächen und Flughäfen zu sichern. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) will trotz schrumpfender Bevölkerung die Fahrgastzahlen konstant halten. Geprüft wird, Verbindungen wie die Ratinger Weststrecke zu reaktivieren.

Gewerbeflächen Weniger Einigkeit herrscht in der Region beim Ausweisen von Gewerbe- und Industrieflächen. Zusammenarbeit sei deshalb schwierig, heißt es in dem Bericht, weil es aus Sicht der Kommunen kaum akzeptable Möglichkeiten gibt, steuerliche Mehr- oder Mindereinnahmen auszugleichen. Die IHK pocht dennoch auf mehr Kooperation: Es mache weder fiskalisch Sinn noch unter dem Aspekt, möglichst Freiräume zu erhalten, dass jede Gemeinde für jede Art von Gewerbe Flächen bereithalte. Vertreter des Rhein-Kreises Neuss regten deshalb interkommunale Gewerbegebiete an. Ein solches Modell könnte auch Düsseldorf entgegenkommen, da auch die Gewerbeflächen beschränkt sind.

Agrobusiness Auch der großflächige Anbau von Pflanzen unter Glas war in den Runden Thema. Unter den kreisfreien Städten sah allein Düsseldorf Agrobusiness als bedeutsam an: Bei Gartenbau-Standorten in einzelnen Stadtteilen gebe es genehmigungsrechtliche Probleme. Allerdings wird dabei dem Klima- und Erholungsschutz eine höhere Priorität eingeräumt.

(RP)