1. NRW

Vergewaltigung: Verdächtiger weiter in U-Haft

Vergewaltigung: Verdächtiger weiter in U-Haft

Es war einer von vielen Besuchen in Düsseldorf – doch am Freitag wurde alles anders für eine 35-jährige Berlinerin. Diesmal kam sie nachts am Hauptbahnhof an, wusste nicht, wie sie in die Altstadt kommen sollte, wo sie verabredet war. Der Mann, den sie nach dem Weg fragte, führte sie über den menschenleeren Bertha-von-Suttner-Platz zum Durchgang zur Velberter Straße. Als sie bemerkte, dass sie in Gefahr war, wollte sie um Hilfe rufen. Da bedrohte er sie mit einem Messer. Und dann vergewaltigte er sie mit äußerster Brutalität in einem Gebüsch im Park am Wendehammer.

So hatte es die Frau der Polizei geschildert, die mit Fotos und einem Film aus den Überwachungskameras im Bahnhof nach dem mutmaßlichen Täter fahndete – und der stellte sich am Samstag selbst. Er habe den Überwachungsfilm am Freitagabend in den Fernsehnachrichten gesehen und entschieden, sich freiwillig zu melden. Denn: Von Vergewaltigung könne keine Rede sein, beteuerte der 20-jährige Mettmanner, der einen Anwalt mit zur Kripo brachte. Vielmehr habe die 35-Jährige, die er in der Nacht im Bahnhof kennen gelernt habe, den Sex mit ihm gewollt.

Doch das glaubten ihm offenbar weder die Ermittler noch der Haftrichter, der den Heranwachsenden auf Antrag der Staatsanwältin wegen dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft schickte. Bisher ist der 20-Jährige, der sich im Fall einer Anklage vor einem Jugendgericht verantworten muss, polizeilich nie aufgefallen.

Seine Kleidung ist sichergestellt worden. Sie wird im Labor nach Spuren untersucht, die seine oder die Schilderung der Berlinerin stützen könnten.

(RP)