1. NRW

"Spot on" im Kunstpalast: Bizarre Tiere aus Glas

"Spot on" im Kunstpalast: Bizarre Tiere aus Glas

Unter dem Titel "Spot on" erleichtert das Museum Kunstpalast seinen von der Fülle des Angebots fast überforderten Besuchern von Zeit zu Zeit die Wahl dessen, worauf sie ihre Blicke lenken sollten. Diesmal gibt das Haus mit Hilfe dreier kleiner Ausstellungen folgende Empfehlungen: Übermalungen von Arnulf Rainer seit den 50er Jahren, Zeichnungen und Filmclips, in denen sich Monika Bartholomé mit japanischen Miniaturschnitzereien aus der Kollektion des Museums auseinandersetzt, und Glaskunst des in Mönchengladbach und New York lebenden Clemens Weiss.

Weiss breitet seine Objekte in der Glasabteilung aus und kollidiert dort stilistisch mit den edlen, modern klassischen Stücken der Sammlung. Er ist nämlich kein Glasbläser, sondern setzt seine Objekte aus gläsernen Fundstücken zusammen. Dabei kombiniert er Tiere, Ungeheuer zumal, mit Zeichnungen und stülpt ihnen eine Vitrine über. Die Stücke haben in ihrer Rohheit mehr mit der Objektkunst des 21. Jahrhunderts gemein als mit gewohntem Glasdesign. Der Künstler versteht sie als "Denkblasen" und wirft mit ihnen philosophische Fragen auf, die sich ansatzweise den Texten auf seinen Zeichnungen entnehmen lassen.

Seine zartgliedrigen, in die Länge gezogenen Figuren erinnern an Giacometti und dort, wo sie von einer gläsernen Hülle umschlossen sind, zugleich an jene Gemälde Francis Bacons, in denen der Brite den Papst innerhalb eines Kubus zeigt.

Unter Weiss' Händen gewinnt Glas eine existentielle Ausdruckskraft, welche die oft salonhafte traditionelle Glaskunst selbst an ihren Rändern nicht erreicht.

Ausstellungen bis 7. August; Museum Kunstpalast, Ehrenhof; dienstags bis sonntags von 11 bis 18, donnerstags bis 21 Uhr

(RP)