1. NRW
  2. Panorama

Jesiden in Herford: Staatsschutz intensiviert Ermittlungen

Nach Angriff auf Jesiden : Staatsschutz intensiviert Ermittlungen in Herford

Nach der Attacke auf Jesiden im ostwestfälischen Herford hat der Staatsschutz die Ermittlungen intensiviert und eine Ermittlungskommission eingerichtet. Am Freitag war ein bei einer Attacke mutmaßlicher Salafisten in Herford verletzter Imbissbesitzer erneut bedrängt worden.

Zwei Personen hätten den 31-jährigen Jesiden bedroht und ihn aufgefordert, seine Strafanzeige wegen des Angriffs zurückzuziehen, teilte die Bielefelder Polizei mit. Bei ihnen handele es sich um Verwandte eines mutmaßlichen Täters. Die beiden Männer sind 42 und 15 Jahre alt.

Der 42-Jährige habe bestritten, den Wirt verbal oder mit einer Waffe bedroht zu haben. Er sei bis jetzt nicht wegen Straftaten, auch nicht mit politischem Bezug, in Erscheinung getreten. Eine Verbindung zu salafistischen Kreisen sei bisher nicht belegt, hieß es.

Im ostwestfälischen Herford hatten am Mittwoch vergangener Woche mutmaßliche Sympathisanten der Terrorgruppe "Islamischer Staat" Jesiden attackiert. Der Imbissbesitzer und ein 16-Jähriger wurden bei der Attacke durch Messerstiche leicht verletzt. Die Polizei nahm sechs Männer fest. Die Jesiden hatten zuvor mit einem Plakat zu einer Protestdemonstration gegen die Verfolgung ihrer Glaubensgemeinschaft im Irak durch islamistische Terroristen aufgerufen. Wegen der Attacke kam es in Herford zu schweren Ausschreitungen zwischen mutmaßlichen Islamisten und Jesiden. Mehrere Hundertschaften der Polizei waren im Einsatz.

(lnw)