Hagen: Drei Jahre Haft für Schüsse im Rockermilieu

Prozess in Hagen : Drei Jahre Haft für Schüsse im Rockermilieu

Ein Mitglied der „Bandidos“ schießt aus einem fahrenden Auto auf ein Fahrzeug, in dem ein Rocker der “Freeway-Riders“ sitzt. Jetzt wurde er verurteilt.

Nach einer Racheaktion im Rockermilieu ist ein Mitglied der „Bandidos“ am Freitag zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Der 31-jährige Angeklagte hatte gestanden, im Oktober 2018 aus seinem Auto heraus in Hagen mehrere Schüsse auf ein anderes Fahrzeug abgegeben zu haben. Darin befand sich ein Mitglied des Motorradclubs „Freeway-Riders“. Eine Kugel hatte den Bereich des Tankdeckels getroffen. Verletzt wurde niemand.

Hintergrund war laut Urteil des Hagener Schwurgerichts ein tiefsitzender Hass zwischen den beiden Rockergruppen. Das Urteil lautet auf Verstoß gegen das Waffengesetz und auf Sachbeschädigung.

„Aus Erwachsenensicht mutet das alles an wie ein außer Kontrolle geratenes Abenteuerspiel“, sagte Richter Marcus Teich bei der Urteilsverkündung. „Es ging um Ehre und um Macht.“ Niemand könne begreifen, wie eine Auseinandersetzung in solch eine gewalttätige Dimension abgleiten kann. „Der Hass ist so tief, dass Menschenleben für beide Seiten eigentlich nichts mehr wert sind.“

Die Staatsanwaltschaft hatte die Tat ursprünglich als Mordversuch angeklagt. Laut Urteil hat der deutsche Angeklagte sein Vorhaben jedoch abgebrochen. Obwohl er gesehen habe, dass durch die ersten Schüsse nichts passiert sei, habe er aufgehört. Damit sei er von der Tat strafbefreiend zurückgetreten, und eine Verurteilung wegen Mordversuchs sei nicht mehr möglich.

(top/dpa)
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