Düren: Handgranate aus Bundeswehr-Beständen vor Kirche gefunden - Staatsschutz ermittelte

Aus Beständen der Bundeswehr : Handgranate vor Kirche in Düren gefunden

Der Staatsschutz hat nach dem Fund einer Handgranate ohne Sprengstoff vor einer evangelischen Kirche in Düren ermittelt. Die Polizei geht von keiner Straftat aus.

Nach dem Fund einer Handgranate vor einer evangelischen Kirche in Düren bei Aachen und Ermittlungen des Staatsschutzes geht die Polizei von keiner Straftat aus. Es könnte eine illegale Müllentsorgung gewesen sein, sagte ein Sprecher der Polizei am Donnerstag. Seit etwa zwei Wochen seien die Ermittlungen von Staatschutz und Polizei abgeschlossen.

Die gesicherte Granate wurde unmittelbar vor Beginn eines Gottesdienstes der evangelischen Christuskirche am 22. September von einer Küsterin gefunden, wie das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ unter Berufung auf einen Sprecher des Staatsschutzes in Aachen berichtete. Die Handgranate habe in einer Sporttasche neben dem Eingang der Kirche in einem Mülleimer gelegen. Sie stamme aus Beständen der Bundeswehr und habe keinen Sprengstoff enthalten.

Da zunächst nicht klar war, ob ein politischer Hintergrund vorliegt, habe die Polizei den Staatsschutz eingeschaltet. Dieser konnte nach eigenen Angaben bislang nicht feststellen, wer die Handgranate vor der Kirche deponiert hatte. Es gebe weder Hinweise auf einen politischen Hintergrund noch einen Drohbrief. „Die Ermittlungen haben keinen strafrechtlichen Hintergrund ergeben“, sagte ein Sprecher der Polizei Aachen dem Evangelischen Pressedienst am Donnerstag.

Der Handgranatenfund beschäftigt laut Sicherheitskreisen inzwischen auch den Deutschen Bundestag. Das Bundesverteidigungsministerium wurde demnach vom Parlamentarischen Kontrollgremium aufgefordert, über die Herkunft der Waffe Auskunft zu erteilen. Das Gremium kontrolliert die Arbeit der deutschen Nachrichtendienste.

Wegen Engagements für Flüchtlinge wurde die Kirchengemeinde in Düren dem Bericht zufolge mehrfach bedroht. In der Nachbargemeinde Aldenhoven war vor drei Jahren ein evangelischer Pfarrer in seinem Wohnhaus von Unbekannten mit Reizgas attackiert worden. Der Mann wurde im Krankenhaus behandelt.

(mba/dpa/epd/kna)
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