1. NRW
  2. Panorama

A3: Wieder Flucht nach tödlichem Unfall

Düsseldorf/Xanten : Wieder Flucht nach tödlichem Unfall

Zwei besonders schwere Fälle von Fahrerflucht beschäftigen die Polizei. In Xanten wurde am Wochenende ein Fußgänger überfahren und getötet. Auf der A3 wurde ein Mann von einem Laster angefahren und schwer verletzt.

Den Rettungskräften bietet sich ein Bild der Verwüstung, als sie am Samstag auf der Autobahn 3 bei Oberhausen eintreffen. Ein Auto liegt eingedrückt unter dem Heck eines Lasters, zwei weitere Wagen stehen völlig zerstört dahinter quer auf der Fahrbahn. Sechs Menschen sind schwer verletzt, darunter zwei Kinder von sechs und acht Jahren. Ein 62 Jahre alter Mann schwebt in Lebensgefahr, ein zweiter Laster hat ihn erfasst, als er an der Unfallstelle ausgestiegen ist. Der Fahrer kümmert sich aber nicht um den Schwerverletzten, sondern fährt einfach davon. Der Flüchtige wird nach einer Großfahndung am Grenzübergang Elten von der Polizei gefasst.

Nach Angaben der Leitstelle der Polizei vergeht in NRW kein Tag, an dem es zu Fahrerfluchten mit Verletzten oder Toten kommt. Die Zahl der Fahrerfluchten insgesamt ist 2014 auf 119 750 Fälle gestiegen - ein Rekordwert. Darunter sind rund 5000 Unfallfluchten mit Verletzten und Toten. In Xanten ist am Wochenende ein Fußgänger (52) überfahren und tödlich verletzt worden. Der Autofahrer ist wie der Lkw-Fahrer auf der A3 einfach abgehauen, ohne sich um das Opfer zu kümmern. "Möglicherweise hätte das Leben des Mannes gerettet werden können, wenn der Unfallfahrer gehalten und sofort den Notarzt gerufen hätte", sagte ein Notarzt. Das Unfallfahrzeug hat die Polizei bereits gefunden. Der Fahrer sei aber noch nicht ermittelt, hieß es.

  • Fotos : Unfall mit Fahrerflucht auf der A3
  • Xanten : Unfallflucht in Vynen: 52-Jähriger Xantener stirbt auf der Hauptstraße
  • Düsseldorf-Bilk : Auto fährt vor Straßenlaterne - Fahrer schwer verletzt

Der FDP-Verkehrsexperte Christof Rasche nannte die steigenden Zahlen von Fahrerfluchten "inakzeptabel". "Diese Entwicklung muss gestoppt werden, aber offenbar fehlt dafür zunehmend das öffentliche Bewusstsein", sagte er unserer Zeitung. Unfallflucht sei eine Straftat, so Rasche, "Statt massenhaft Personal bei Imageprojekten wie dem Blitzmarathon zu binden, sollte der Innenminister Ralf Jäger dafür sorgen, dass die Polizei zügig an Unfallorten sein kann." Auch die CDU sieht Jäger bei dem Thema in der Pflicht und forderte ein Ende des Blitzmarathons. "Dann könnte die Polizei besser ihrer Arbeit nachkommen", sagte Jens Kamieth, rechtspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. "Das erhöht den Druck auf potenzielle Fahrerflüchtige", so Kamieth.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in den zum Teil viel zu engen Parkplätzen einen Hauptgrund für den Anstieg der vielen Blechschäden. "Die Parkbuchten sind nicht mehr für die heutigen Autos ausgelegt. Das muss sich dringend ändern", sagte GdP-Landeschef Arnold Plickert. "In viele Lücken kommt man nicht mehr mit einem normalen Auto rein", sagte er.

Wie rücksichtslos viele Autofahrer sind zeigen auch zwei Fälle aus der vergangenen Woche. In Essen wurde eine 31 Jahre alte Frau, die mit ihrem Hund spazieren ging, von einem Wagen angefahren und verletzt. In Windeck fuhr ein Raser einen Rollstuhlfahrer an, der daraufhin aus dem Stuhl kippte. In beiden Fällen flüchteten die Fahrer.

(RP)