Der Beitrag von Fahrrädern für die Verkehrswende wird unterschätzt

Kommentar zum E-Bike-Vorstoß: Zweiräder können mehr als nur ein Hobby sein

Der Städtetag will mehr Subventionen für den Zweiradverkehr. Kaufhilfen für E-Bikes und überdachte Radwege zum Beispiel. Das klingt exotisch, ist aber eine gute Idee.

In Düsseldorf, wo das tägliche Hupkonzert der Autofahrer längst Gewohnheit ist, wirkt der Vorschlag exotisch. In einer Stadt wie Münster, wo schon fast die Hälfte des Verkehrs aus Fahrrädern besteht, wirkt er folgerichtig: Der Städtetag hält das Potenzial von Zweirädern bei der Verkehrswende für unterschätzt und fordert Subventionen für E-Bikes und überdachte Radwege. Warum eigentlich nicht?

Fahrräder sind viel billiger als die technisch ohnehin überschätzten E-Autos. Sie brauchen weniger Parkraum, sind gesünder und verursachen keine Staus.  Ein gut ausgestattetes, bundesweites Förderkonzept für den Zweiradverkehr wäre einen Versuch wert.

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Denn anders als beim viel zu lange subventionierten Diesel, beim E-Auto und bei den hoffnungslos überlasteten Bussen und Bahnen würde mit den E-Bikes endlich mal eine Technik gefördert, die die Menschen auch haben wollen. Der Absatz der Fahrräder mit sauberem Hilfsmotor wächst rasant. Und dank ihrer deutlich verbesserten Reichweite sind E-Bikes inzwischen auch für Pendler alltagstauglich geworden.

Natürlich werden E-Bikes den Autoverkehr nicht ersetzen. Aber sie können ein wichtiger Baustein werden. Die deutsche Verkehrspolitik hat ihre Fördermilliarden schon schlechteren Ideen hinterhergeworfen.

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