Farbmäuse sind als Haustiere putzige Nager

Nagetiere: Farbmäuse sind putzige Nager

Zahme Farbmäuse bringen Leben ins Haus, doch die kleinen Tiere haben große Ansprüche. Eine Anschaffung will daher gut überlegt sein.

Sie sind beliebte und quirlige Zeitgenossen. Farbmäuse leben als Rudeltiere in kleinen Gruppen im Familienverband und spielen gerne mit ihren Artgenossen. Daher dürfen die kleinen Nager auf keinen Fall allein gehalten werden. Für Einsteiger eignet sich eine reine Weibchen-Gruppe oder eine gemischte Gruppe mit kastrierten Männchen. Reine „Männergruppen“ sind nicht empfehlenswert, da die Böcke Reviere bilden und sich oftmals bekämpfen.

Die Anschaffung sollte wie bei allen Haustieren gut überlegt sein. Die zierlichen Nager sind keine Spielgefährten für kleine Kinder, können jedoch älteren Kindern und Erwachsenen viel Spaß bereiten. Maus-Halter sollten sich bewusst sein, dass die Tiere eine kurze Lebenserwartung von eineinhalb bis zweieinhalb Jahren haben und hohe Ansprüche an die Versorgung stellen. Sie brauchen täglich frisches Futter und Wasser, außerdem müssen die Futter- und Trinkgefäße sowie Toilettenecken täglich, das Gehege mindestens wöchentlich gereinigt werden. Es sollte auch beachtet werden, dass Mäuse einen starken Eigengeruch haben, da sie ihre Umgebung markieren.

Gemütliches Heim einrichten

Farbmäuse brauchen Platz zum Spielen und Toben. Für eine kleine Gruppe von vier bis fünf Farbmäusen eignet sich ein Gitterkäfig, der mindestens 80 cm lang, 50 cm breit und 80 cm hoch ist. Die Gitterweiten sollten einen Abstand von 0,8 cm nicht überschreiten. Geschlossene Terrarien sind aufgrund der schlechten Belüftung für Mäuse nicht geeignet. Der Käfig sollte an einem ruhigen Ort ohne Zugluft und direkte Sonneneinstrahlung stehen. Angenehme Temperaturen liegen bei 18 bis 26 Grad. Als Einstreuhöhe empfehlen Experten mindestens zehn Zentimeter aus staubarmer Kleintierstreu, die mit Heu und Stroh gemischt werden kann. Ebenen, Leitern, Kletterstangen und Schaukeln sowie Versteckmöglichkeiten sorgen für Beschäftigung. Die intelligenten Nager spielen auch mit Papierrollen oder Naturästen, aus Zellstoff und Heu bauen sie ihre Nester. Tierschutzgerechte Laufräder und Sandbäder werden gerne genutzt.

Farbmäuse fressen Sämereien, Gemüse, Früchte und Getreide. Als Hauptfutter wird daher eine körnerreiche Trockenfuttermischung gegeben. Den Eiweißbedarf decken die Tiere durch kleine Mengen getrockneter Insekten, Katzentrockenfutter oder ein hartgekochtes Ei. Frischfutter wie Gemüse, Obst und Wiesenkräuter müssen täglich gefüttert werden.

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Gemeinsam Zeit verbringen

Zahme Farbmäuse spielen gerne mit „ihren“ Menschen. Bis die kleinen Nager zutraulich sind und freiwillig Körperkontakt suchen, dauert es jedoch. „In den ersten Tagen laufen die Tiere in der Regel weg, wenn der Mensch sich ihrem Gehege nähert. Sie brauchen dann eine ganze Weile, bis sie wieder aus ihrem Versteck kommen“, erklärt Kleintier-Expertin und Ratgeber-Autorin Christine Wilde. „Bevor sie mit den ersten Zähmungsversuchen beginnen, sollten Halter ihren Nagern deshalb unbedingt Zeit geben, bis sie in diesen Situationen schnell wieder hervorkommen und Neugierde signalisieren.“

Die Dauer der Eingewöhnung ist sehr unterschiedlich und hängt davon ab, ob die Mäuse bereits an Menschen gewöhnt sind. „Tiere aus dem Zoofachhandel oder aus Tierheimen sind häufig etwas scheuer“, sagt Wilde. „Sie können durchaus mehr als eine Woche brauchen, bis sie anzeigen, dass sie Kontakt zum Menschen haben möchten. Mäuse, die bereits intensiveren Kontakt zu Menschen hatten, werden oft schon nach ein bis zwei Tagen neugierig.“ Während der Eingewöhnungszeit brauchen die Nager Ruhe. Die Halter sollten daher laute Geräusche vermeiden. Zudem sollten sie ihre Tiere an feste Fütterungszeiten gewöhnen. Die Experten des Industrieverband Heimtierbedarf raten dazu, das Gehege in der ersten Woche nicht zu reinigen, denn mit ihrem Geruch fühlen sich die Mäuse sicher.

Zu Beginn sollten Halter die Farbmäuse an ihre Stimme gewöhnen. Zeigen sich die Mäuse neugierig, kann man vorsichtig die Hand ins Gehege halten. „Mäusehalter sollten immer ruhig und entspannt bleiben, sich viel Zeit nehmen und warten, bis die Tiere von sich aus kommen und etwa an der Hand schnuppern“, empfiehlt Wilde. „Zudem ist es wichtig, sie nicht beim Schlafen zu stören und die Hand nie zu nah an das Schlafnest zu legen.“ Mit etwas Geduld wecken Halter so die Neugier ihrer Nager, können sie nach einigen Tagen hochheben.

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