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Berlin: Ebola: Berlin schickt Experten für Infektionsschutz

Berlin : Ebola: Berlin schickt Experten für Infektionsschutz

Die Bundesregierung will im Kampf gegen die gefährliche Ebola-Epidemie deutsche Infektionsschutz-Experten nach Afrika schicken. In Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut legt das Gesundheitsministerium ein Trainingsprogramm auf.

Die Bundesregierung will im Kampf gegen die gefährliche Ebola-Epidemie deutsche Infektionsschutz-Experten nach Afrika schicken. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kündigte im Gespräch mit unserer Redaktion ein entsprechendes Trainingsprogramm für das medizinische Personal vor Ort an. "Mit Hilfe deutscher Experten wird das medizinische Personal in den Krankenhäusern im Umgang mit hochansteckenden Krankheiten wie Ebola geschult", sagte Gröhe. Es gehe darum, "eine Ebola-Erkrankung schnell zu erkennen, die Patienten gut und sicher zu versorgen und dafür zu sorgen, dass eine weitere Ansteckung vermieden wird."

Das Trainingsprogramm soll in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut entwickelt werden. "Die Helfer vor Ort sind entscheidend dafür, ob es gelingt, die weitere Verbreitung von Ebola einzudämmen", betonte Gröhe.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) infizierten sich bis Ende August mehr als 3700 Menschen mit dem hochgefährlichen Virus. Insgesamt starben 1848 Menschen an der Krankheit. Medizinisches Personal ist besonders gefährdet. Die Epidemie betrifft vor allem Westafrika.

Die EU kündigte gestern an, für den Kampf gegen das tödliche Virus die Hilfsgelder von bisher knapp zwölf Millionen Euro auf 144 Millionen aufzustocken. Das Geld soll in die besonders betroffenen Länder nach Guinea, Sierra Leone, Liberia und Nigeria fließen. Nach Angaben der WHO könnten zwei Impfstoffe gegen das tödliche Virus an Testpersonen in Westafrika ausgeliefert werden. "Das ist real, das wird in den betroffenen Gebieten stattfinden", sagte die beigeordnete WHO-Generaldirektorin Marie Paule Kieny gestern in Genf. Zudem könnten in "einigen Monaten" Heilmittel gegen die Tropenkrankheit zur Verfügung stehen.

Das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" drängte darauf, dass sich auch Deutschland noch stärker engagiert. "Angesichts der vielen neuen Herausforderungen reichen die im Kabinettsentwurf vorgesehenen Mittel hinten und vorne nicht", sagte Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel mit Blick auf die 2015 geplanten Haushaltsmittel für humanitäre Hilfe. Während in diesem Jahr noch 303 Millionen Euro zur Verfügung stünden, seien es für das kommende Jahr nur noch 187 Euro.

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Das Entwicklungshilfeministerium verweist auf die Sonderhilfen im Kampf gegen Ebola. So stellte die Regierung für die Arbeit von "Ärzte ohne Grenzen" und die Tätigkeit des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin zusätzliche 1,7 Millionen Euro zur Verfügung.

(qua)