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Düsseldorf: Überzeugender Nachfolger von "Breaking Bad"

Düsseldorf : Überzeugender Nachfolger von "Breaking Bad"

Das Spin-Off "Better Call Saul" erzählt die Vorgeschichte des windigen Anwalts Saul Goodman.

Dass die US-Serie "Breaking Bad" einen Ableger bekommen würde, war nach dem überwältigenden Erfolg absehbar. Allerdings war die Geschichte des krebskranken Chemielehrers Walter White, der als Drogenkoch seiner Familie ein lebenslanges Auskommen verschaffen will und sich im Verbrechen verstrickt, mit der letzten Episode auserzählt.

Also musste ein Prequel her, eine Fortsetzung, die zeitlich vor dem Original spielt: "Better call Saul" stellt die einzigen Nebenfiguren aus der Mutterserie in den Mittelpunkt, deren Vorgeschichte mehr hergibt als ein langweiliges Leben als Pantoffelheld oder Kleinkrimineller.

Held der neuen Serie ist der windige Anwalt Saul Goodman, der hinter seiner kalkuliert billigen Fassade der wichtigste Helfer von New Mexicos Unterwelt ist. In der Serien-Gegenwart deutet darauf allerdings noch nichts hin. Saul Goodman heißt sogar anders: Als James "Jimmy" McGill schlägt er sich als Pflichtverteidiger für pubertierende Ladendiebe durch. Mehrmals täglich trifft er auf den späteren stoischen Killer Mike Ehrmantraut (Jonathan Banks), der offenbar zu Tarnzwecken als Parkplatzwächter arbeitet.

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Jimmys Kanzlei besteht aus Schreibtisch und Schlafsofa im Hinterzimmer eines vietnamesischen Schönheitssalons, seine Post aus einem Haufen Mahnungen. Und niemand bringt ihm Respekt entgegen, nirgendwo. Zu allem Überfluss weigert sich Jimmys psychisch kranker, aber stolzer Bruder Chuck (Michael McKean), sein Karriereende in der Großkanzlei versilbern zu lassen. "Better call Saul" ermöglicht dem Comedian, Schauspieler und Gagschreiber Bob Odenkirk, 52, der Anwalts-Karikatur Leben einzuhauchen. Schon in den ersten beiden Folgen zeigt er, wie Jimmy geradezu gezwungen wird, moralisch zu fallen, um finanziell aufzusteigen. Von Anfang an fühlt man sich hingezogen zu dieser Figur, deren Komik direkt ihrer Tragik entspringt.

Dabei halten "Breaking Bad"-Schöpfer Vince Gilligan und sein bester Drehbuchautor Peter Gould stets die Balance - aus Setting etablieren und Story vorantreiben, Comedy und Drama. Sie nutzen die Welt und die Stilmittel von "Breaking Bad", ohne dass es recycelt wirkt. Und auch das ist ein echtes Kunststück.

Info "Better Call Saul" ist vorerst nur bei "Netflix.de" zu sehen. Zu den ersten beiden kommen je dienstags ab 20 Uhr neue Folgen hinzu.

(RP)