Deutsche Bahn investiert in diesem Jahr 600 Millionen Euro in NRW

Im Rahmen der Pünktlichkeitsoffensive : Deutsche Bahn investiert in diesem Jahr 600 Millionen Euro in NRW

Die Bahn will im Rahmen ihrer Pünktlichkeitsoffensive bis 2019 knapp drei Milliarden Euro in NRW investieren. "Wir nehmen allein in diesem Jahr rund 600 Millionen Euro in die Hand, um unsere Infrastruktur in NRW auszubauen", sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube im Gespräch mit unserer Redaktion.

Damit profitiert Nordrhein-Westfalen von dem 28 Milliarden Euro schweren Infrastruktur-Projekt, das Grube in der vergangenen Woche mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verabredet hat. Obwohl inzwischen 96,5 Prozent der Bahn-Züge pünktlich seien, habe das Thema Pünktlichkeit für ihn bei der Steuerung des Konzerns weiterhin oberste Priorität, sagte Grube.

"Die Rhein-Ruhr-Region ist der größte und wichtigste Verkehrsknotenpunkt in Europa", erklärte der Bahn-Chef. Entsprechend gebe es hier Engstellen, in die investiert werden müsse. Eine davon sei der Knoten Köln mit der Kölner Hohenzollernbrücke, laut Grube "die meistbefahrene Eisenbahnbrücke in Europa". Die Bahn will ihre Netz-Investitionen künftig stärker in der Fläche verteilen. "Viele kleine Maßnahmen helfen uns oft mehr als einzelne Großprojekte", sagte Grube. Die Bahn war zuletzt für das Großprojekt "Stuttgart 21" massiv kritisiert worden.

In NRW sollen im laufenden Jahr mehr als 450 Millionen Euro in 440 Weichen, 700 Kilometer Schienen, zwölf Brücken und 163 000 Schwellen fließen. Weitere 137 Millionen Euro will Grube in die Modernisierung von NRW-Bahnhöfen investieren und rund neun Millionen Euro in die Energieversorgung.

Die Bahncard stehe nicht zur Disposition, stellte Grube klar. Allerdings soll das Angebot im Rahmen eines neuen Tarifsystems, das Grube dem Aufsichtsrat vorstellen will, modifiziert werden. "Denkbar ist, dass beispielsweise Vielfahrer von zusätzlichen Rabatten profitieren, Bonusmeilen sammeln und etwa an andere Bahnfahrer übertragen können", sagte Grube. Der Vorstandsvorsitzende versprach: "Auf jeden Fall wird unser Preissystem transparenter und gerechter." Das komplette Interview veröffentlichen wir morgen.

(brö/maxi/sw/tor)