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Bonn: Post-Gewinn steigt um 43 Prozent

Bonn : Post-Gewinn steigt um 43 Prozent

Das Weihnachtsgeschäft lief blendend, die Schulden sind extrem niedrig.

Die Deutsche Post DHL hat mit unerwartet guten Zahlen für das Jahr 2012 überrascht – die Aktie legte darum gestern um sechs Prozent zu und war damit Spitzenreiter im Dax. Dabei haben sowohl der Paketboom in Deutschland wie die starke Präsenz in den Wachstumsregionen Asien und Lateinamerika das Geschäft vorangetrieben.

Und obwohl die Schulden mit zwei Milliarden Euro sehr niedrig für einen globalen Konzern liegen, halten Vorstandschef Frank Appel und Finanzvorstand Larry Rosen daran fest, keine großen Akquisitionen zu wagen. "Wir müssen auch Krisenzeiten überstehen können", sagte Appel. Rosen ergänzte, dass der Konzern zwar niedrige Finanzschulden habe, aber hohe Leasing-Raten für Fahrzeuge oder Lagerhallen zahlen müsse – und die würden indirekt auch wie Schulden wirken und so bewertet.

Tatsächlich geht es dem gelben Riesen gut. Der Reingewinn des Bonner Konzerns stieg um 43 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich um 9,4 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Und trotz allgemeiner Wachstumsschwäche weltweit stieg der Umsatz der Deutschen Post um fünf Prozent auf 55,5 Milliarden Euro.

Hohe Lohnerhöhungen in der bevorstehenden Tarifrunde in Deutschland lehnt Appel ab. Es sei zwar ein großer Erfolg, dass die Post hierzulande im vergangenen Jahr mit 955 Millionen Paketen so viele Pakete ausgeliefert habe wie noch nie und im Weihnachtsgeschäft mit täglich sieben Millionen Paketen einen weiteren Rekord aufstellte – der E-Commerce-Boom hilft. Doch das klassische Briefgeschäft würde weiter schrumpfen – also sei nur eine maßvolle Lohnerhöhung drin.

Appel äußerte sich auch zur Diskussion über die Gehälter der Top-Manager. Die Post habe schon lange die Boni der Vorstände begrenzt – und das sei gut. Er hatte früher zwar gewitzelt, sowieso mehr zu verdienen als er ausgeben könne. Im vergangenen Jahr waren es rund 3,5 Millionen Euro ohne Aktienoptionen. Zugleich betonte Appel gestern aber auch, mit seinem Gehalt im Schnitt der Dax-Chefs zu liegen. Ansonsten sei es Aufgabe der Aufsichtsräte und nicht der Politik, Vorstandsgehälter richtig festzulegen.

(RP)