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New York: Beihilfe zum Steuerbetrug: USA verurteilen Wegelin-Bank

New York : Beihilfe zum Steuerbetrug: USA verurteilen Wegelin-Bank

Das älteste Schweizer Geldhaus erlebt 272 Jahre nach der Gründung seinen wohl schwärzesten Moment: Ein New Yorker Gericht hat die Bank Wegelin & Co. wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung verurteilt. Die Bank muss nun weitere 58 Millionen Dollar (rund 45 Millionen Euro) zahlen, nachdem 16 Millionen Dollar bereits einzogen worden waren. Die Bank hatte sich vor zwei Monaten schuldig bekannt, ihren Kunden dabei geholfen zu haben, mehr als 1,2 Milliarden Dollar vor dem US-Fiskus zu verstecken.

Es sei das erste Mal, dass eine ausländische Bank wegen eines solchen Falles in den USA verurteilt worden sei, teilte die Bundesstaatsanwaltschaft von Manhattan mit. Die Zahlung von insgesamt 74 Millionen Dollar setzt sich zusammen aus einer Strafe, Schadenersatz für entgangene Steuereinnahmen sowie der Abschöpfung erzielter Gewinne. "Wegelin hat einen hohen Preis gezahlt", sagte Preet Bharara, leitender US-Staatsanwalt. Die 1741 gegründete Privatbank hatte aus Furcht vor einer existenzbedrohenden Strafe den unkritischen, größeren Teil ihres Geschäfts mit vermögenden Privatkunden vorsorglich verkauft und sich damit faktisch selbst aufgelöst.

Die US-Justiz hat sich bei der Jagd nach Steuersündern vor allem auf Schweizer Banken eingeschossen. Auch bekannte Institute wie UBS, Credite Suisse und Julius Bär sind in das Visier der Ermittler geraten. Unter dem Druck der US-Regierung hat die Schweiz ihr Bankgeheimnis durchlöchert. Einige Banken haben Kundendaten an die USA übermittelt.

Ein Richter musste gestern der Übereinkunft zwischen Bank sowie der Staatsanwaltschaft und der Steuerbehörde IRS noch zustimmen. Das galt aber als Formsache.

(dpa)