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Hannover/Düsseldorf: Düsseldorfer "Emmas Enkel" als Cebit-Erfolg

Hannover/Düsseldorf : Düsseldorfer "Emmas Enkel" als Cebit-Erfolg

Auf der Berliner Allee in Düsseldorf sowie mit einer gut besuchten Internetseite zeigt das Gründerunternehmen "Emmas Enkel" schon länger in Düsseldorf Präsenz, jetzt hat sich die Firma zu einem der Höhepunkte der diesjährigen Computermesse Cebit in Hannover entwickelt. Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich gestern bei ihrem Messerundgang davon begeistert, wie man Waren des täglichen Bedarfs einfach an einer Wand per Smartphone abfotografieren kann, um sie dann später im Geschäft entweder abzuholen oder die Waren nach Hause geliefert zu bekommen.

Dabei lässt sich in Düsseldorf gut betrachten, was "Emmas Enkel" machen. Erstens können die Kunden direkt im Geschäft bis 22 Uhr Lebensmittel oder Drogerieartikel einkaufen. Zweitens bieten die beiden aus dem Sauerland kommenden Gründer Sebastian Diehl und Benjamin Brüser an, Waren inklusive Lebensmitteln online zu bestellen und anschließend liefern zu lassen. Dabei sollen die Kunden aber zuerst das Geschäft kennenlernen, um sich über die Produktqualität zu informieren.

"Lebensmittel sind Vertrauenssache", sagt Diehl. "Die Leute kommen in den Laden, holen sich dort ihr Vertrauen ab und kaufen dann im Internet ein." Mehr als die Hälfte seines Umsatzes macht Emmas Enkel online – Tendenz steigend.

Als drittes Standbein haben Diehl und Brüser mit Vodafone ein neues Verkaufskonzept entwickelt, das sie künftig in der neuen Firmenzentrale von Vodafone ausprobieren. Auf riesigen Bildschirmen sollen angebotene Produkte so präsentiert werden wie bisher schon auf Plakaten vor dem Geschäft in der Berliner Allee. Vorbeilaufende Mitarbeiter bei Vodafone können per Smartphone-Kamera die Waren auswählen, die sie haben wollen. Und nach Büroschluss können die Käufer die abgepackte Ware dann mitnehmen oder sie sich auch nach Hause oder in ihr Büro liefern lassen.

Dabei wollen "Emmas Enkel" und Vodafone das Konzept auch an ganz anderen Standorten anwenden. "Für den Einzelhandel ergeben sich mit virtuellen Verkaufsflächen in der Fußgängerzone, am Bahnhof oder an Flughäfen ganz neue Möglichkeiten", freut sich Jens Schulte-Bockum, Chef von Vodafone Deutschland.

Bei einer Präsentation auf der Cebit erklärte er, was er meint: Händler können per Wanddisplay vormittags andere Produkte als abends anbieten, schnelle Sonderangebote sind möglich, der Warenbestand im Geschäft kann je nach Auftragslage flott umgeschichtet werden – und die Warenbestellung läuft digital zwischen Smartphone und dem Lagersystem des jeweiligen Ladens.

Da stellt sich nur noch die Frage, was der Unternehmens-Name "Emmas Enkel" bedeutet. Es soll ein überschaubares Geschäft so wie früher ein Tante-Emma-Laden sein, heißt es. Und "Enkel" steht dabei für die junge Generation von Internet-Freaks.

(RP)