Düsseldorf: Trainer Pep Guardiola – der Erneuerer des Fußballs

Düsseldorf: Trainer Pep Guardiola – der Erneuerer des Fußballs

Die Autoren Dino Reisner und Daniel Martinez sind auf der Suche nach dem Erfolgsgeheimnis des künftigen Bayern-Chefcoaches.

Jupp Heynckes hat mit dem FC Bayern Sportgeschichte geschrieben. Er hat das Triple gewonnen und sich in den vorläufigen Ruhestand verabschiedet. Nun beginnt das Warten auf Pep Guardiola. Am 1. Juli beginnt die Ära des Katalanen bei den Bayern – und ganz Fußballdeutschland freut sich auf den Trainer, der den Ruf hat, ein "Erneuerer des Fußballs" zu sein. Das hat Jorge Valdano, der argentinische Weltmeister von 1986, über Guardiola gesagt.

Der 41-Jährige, der mit vollem Namen Josep Guardiola i Sala heißt, hat den FC Barcelona zum besten Team der Welt gemacht in den vier Jahren, die er dort Trainer war. Sein Name steht für schönen und erfolgreichen Fußball – und den soll auch der FC Bayern spielen. Heynckes hat das Team bestens vorbereitet für seinen Nachfolger und diesem zugleich einen hübschen Rucksack voller Ansprüche geschnürt.

Doch wer ist dieser Mann, der in seinen eng geschnittenen Edelanzügen wie ein Dressman ausschaut und auch schon gemodelt hat? Was ist das Geheimnis seines Erfolgs? Dino Reisner und Daniel Martinez haben sich mit dieser Frage beschäftigt und ein Buch geschrieben mit dem Titel: "Pep Guardiola. So geht moderner Fußball." Die Autoren haben viele Gespräche mit Weggefährten und Freuden des Spaniers geführt, sie haben Experten gefrag wie Spaniens Weltmeistertrainer Vicente del Bosque. "Alles, was im modernen Fußball gerade Trend ist, hat der Trainer Guardiola geprägt. Er hat eine fundierte, globale Perspektive des Fußballs", wird del Bosque zitiert.

Es geht nicht nur um den Trainer, sondern auch den Menschen Guardiola: der ist feinsinnig und vielfältig interessiert, er mag Kunst und Kultur und ist, so kann man lesen, bescheiden und – ganz im Gegenteil zu seinem extrovertierten Trainerkollegen Jose Mourinho (50) – sogar schüchtern. Ein Buch über Guardiola indes, das wird beim Lesen deutlich, ist immer auch ein Buch über den Fußball. Denn Guradiola, der ein großartiger Mittelfeldregisseur war und als Spieler und als Trainer vom großen Johan Cruyff inspiriert wurde, atmet das Spiel, zu dem er nun nach einem Jahr Pause zurückkehrt.

Reiser und Martinez erklären die Ursprünge des Denkens Guardiolas, erzählen, welche Rolle Superstar Messi für seine Arbeit spielte und stellen die Prinzipien seiner Arbeit heraus: Guardiola, der Star, ist ein Teamplayer. Sein Ziel ist es, ein schönes Ganzes zu schaffen. Und das, hat der 41-Jährige, der immer dazu lernen will, erkannt, geht nur über ein funktionierendes Kollektiv. Darum hatten egomanische Stars wie Zlatan Ibrahimovic keinen Platz in seinem Werk. "Wer nicht in mein Konzept passt, muss Platz machen, ohne Wenn und Aber", definieren Reiser und Martinez das Motto des Trainers.

Sie erzählen auch die Geschichte, wie Guardiola zum FC Bayern kam: Es war eine "Liebe auf den zweiten Blick." Künftig soll es eine lange und erfolgreiche Beziehung werden. Guardiola wird sich bewusst sein, dass die Messlatte hoch liegt. "Ich weiß, dass er sehr gewissenhaft arbeitet. Zum Glück weiß Pep, dass Siege oder Niederlagen ihn weder besser noch schlechter als Mensch und Trainer machen", sagt Juan Manuel Lillo, eine der engsten Bezugspersonen Guardiolas. "Er kann den deutschen Fußball in eine andere Dimension führen", sagt Johan Cruyff.

Es gab schon weit weniger klangvolle Vorschusslorbeeren. "Pep kommt" steht auf der Rückseite des Buchs. Man darf gespannt sein auf Guardiola.

Pep Guardiola: So geht moderner Fußball. Von Dino Reisner und Daniel Martinez. Riva Verlag. 197 Seiten. Preis: 9,99 Euro.

(RP)
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