Das sind die Behindertensportler des Jahres 2018

Paralympics-Helden triumphieren : Das sind die Behindertensportler des Jahres 2018

Bei einer festlichen Gala, die erstmals in Düsseldorf stattfand, hat der Deutsche Behindertensportverband (DBS) seine Para-Sportler des Jahres 2018 in vier Kategorien geehrt. Andrea Eskau räumte gleich zwei Titel ab.

Die Vorauswahl hatte eine Fachjury getroffen, die Entscheidung aber lag ganz in den Händen der Fans: Vom 5. bis 18. November war das Fenster zur Abstimmung über die besten Para-Sportler des Jahres 2018 geöffnet. Seit acht 2010 verleiht der DBS die Auszeichnung. Drei Neuerungen gab es diesmal: Erstmals lud der Verband zur Preisverleihung nach Düsseldorf in die Rheinterrasse, weil das Deutsche Sport- und Olympiamuseum in Köln als bisherige Location zu klein geworden ist. Zu den drei Kategorien Sportlerin, Sportler und Team des Jahres, kam 2018 die neue Kategorie „Nachwuchssportler des Jahres“ hinzu. Die dritte Neuheit: Statt jeweils drei, wurden bei den Frauen und Männern je fünf Athleten nominiert. Das sind die Gewinner.

Para-Sportlerin des Jahres

Bei den Frauen siegte eine Sportlerin, die seit vielen Jahren fasziniert: Andrea Eskau. Die 47-Jährige ist im Sommer als Radsportlerin (Handbike) unterwegs. Im Winter tritt sie im Biathlon und Skilanglauf an. Bei den Paralympics im März in Pyeongchang war sie deutsche Fahnenträgerin und am Ende gar mit zwei Gold-, drei Silber- und einer Bronzemedaille die erfolgreichste deutsche Starterin. Seit einem Fahrradunfall 1998 ist sie querschnittgelähmt. Die Fans gaben ihr mehr Stimmen als den weiteren Nominierten Anna-Lena Forster (Para-Ski-alpin), Anna Schaffelhuber (Para-Ski-alpin), Denise Schindler (Para-Radsport) und Andrea Rothfuss (Para-Ski-alpin).

Para-Sportler des Jahres

Martin Fleig (Para-Ski-nordisch) setzte sich bei den Männern durch. In Südkorea gewann der Biathlon-Weltmeister von 2017 seine allererste paralympische Medaille. Zudem brach Fleig mit seinem Sieg im 15-Kilometer-Rennen den „Bann“ der Männer: Seit 2010 in Vancouver nämlich hatten nur Frauen paralympische Medaillen für Deutschland geholt. Der 29-jährige Freiburger kam mit einem so genannten „offenen Rücken“ zur Welt und ist deswegen auf den Rollstuhl angewiesen.

Fleig setzte sich gegen Makus Rehm (Para-Leichtathletik), Martin Schulz (Para-Triathlon), Pierre Senska (Para-Radsport) und Felix Streng (Para-Leichtathletik) durch.

Para-Team des Jahres

Die deutsche Staffel im Para-Ski-nordisch ist vom Behindertensportverband als Mannschaft des Jahres geehrt worden. Mit dabei war auch hier Andrea Eskau – und zwar in tragender Rolle. Denn bei den Winterspielen in Pyeongchang fiel Clara Klug kurzfristig als zweite Frau für die Mixed-Staffel (4x2,5 Kilometer) aus. Also lief Eskau einfach zweimal und führte so Steffen Lehmker und Alexander Ehler und sich selbst zu Bronze. Die Rollstuhl-Basketball-Mannschaft der Damen sowie die männliche Goalball-Nationalmannschaft waren ebenfalls nominiert.

Para-Nachwuchssportler des Jahres

Erstmals in der Online-Wahl dabei waren drei nominierte Nachwuchsathleten: Denise Grahl (Para-Schwimmen), Phil Grolla (Para-Leichtathletik) und Julius Haupt (Para-Rollstuhlfechten). Das Rennen bei der Wahl der Fans machte Denise Grahl. Die 25-Jährige holte dreimal Gold und einmal Silber bei der Para-Schwimm-EM. Und schon bei den Sommer-Paralympics in Rio hatte sie von sich Reden gemacht, 2016 gab es in Brasilien bereits Silber für die Kranken- und Altenpflegehelferin mit einer angeborenen Störung des Knochen- und Knorpelgewebes.

Den Ehrenpreis des Deutschen Behindertensportverbandes erhielt am Samstagabend Heinrich Popow. Der ehemalige Leichtathlet der Startklasse T42, spezialisiert auf Sprint und Weitsprung, wurde für seine erfolgreiche Karriere geehrt. „Ich bin sehr dankbar. Der paralympische Sport hat mir alle Fragen beantwortet, wenn ich nicht weiter wusste. Ich hoffe, ich kann dem Verband auch jetzt viel zurückgeben“, sagte Popow. Mit stehenden Ovationen bedachten die Gäste seinen Bühnenauftritt. Popow ist mehrfacher Paralympics-Sieger sowie Welt- und Europameister mit insgesamt 29 Medaillen.

(ball)
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