Marc Marquez zum sechsten Mal MotoGP-Weltmeister

Dominator : Marquez zum sechsten Mal MotoGP-Weltmeister

Marc Marquez spielt weiter mit der Konkurrenz. Der Honda-Pilot aus Spanien holte sich mit einem Sieg beim Großen Preis von Thailand vorzeitig den sechsten Weltmeistertitel in der MotoGP, es ist seine insgesamt achte Krone.

Auf der Ehrenrunde stellte Marc Marquez seine Honda ab, trat an den Billardtisch und versenkte zielsicher die schwarze Kugel mit der Acht. Schon traditionell feierte der Spanier seinen Weltmeistertitel mit einer einstudierten Choreographie, in Buriram holte Marquez seinen sechsten MotoGP-Triumph in sieben Jahren und seine achte WM-Krone insgesamt. Die Rekorde purzeln, die Konkurrenz verzweifelt am Dominator.

Wie sehr der 26-Jährige die Königsklasse des Motorradsports im Griff hat, wurde in Thailand überdeutlich. In der letzten Runde legte sich Marquez seinen jungen Kontrahenten Fabio Quartararo zurecht, zog am Franzosen vorbei und machte mit dem Sieg im 15. WM-Lauf vorzeitig alles klar. Zum neunten Mal sah Marquez die Zielflagge in diesem Jahr als Erster, nur einmal fiel er aus. Kam der Perfektionist aus Cervera durch, wurde er immer mindestens Zweiter. Was für Zahlen.

"Ich wollte das Rennen unbedingt gewinnen und nicht nur den Titel holen. Es war ein tolles Jahr", sagte Marquez mit einem breiten Grinsen. Im fünftletzten Lauf der Saison musste der Dauersieger lediglich zwei Punkte mehr holen als sein italienischer Verfolger Andrea Dovizioso, der Ducati-Pilot belegte den vierten Platz und konnte nach dem Rennen nur gratulieren - so wie immer.

Honda schaltete an der Strecke schnell in den Partymodus um, die Japaner waren bestens vorbereitet. Marquez fuhr mit einem Goldhelm in den Parc ferme, auflackiert war - natürlich - die schwarze Acht. Die Mechaniker sangen "Campeones, Campeones, ole, ole, ole", über der Box des Werksteams prangte ein Riesenplakat mit der Aufschrift "Eightball World Champion".

Marquez hat seine Rekordjagd fortgesetzt, er könnte bis zu seinem Karriereende alle überflügeln. Der Italiener Giacomo Agostini ist derzeit mit 15 Titeln erfolgreichster Fahrer der Geschichte, dahinter folgen Angel Nieto (Spanien/13) und ein Trio mit neun Erfolgen: Valentino Rossi, Carlo Ubbiali (beide Italien) sowie Mike Hailwood (Großbritannien). Läuft alles so weiter wie zuletzt, und davon ist auszugehen, ist Marquez in zwei Jahren schon Dritter.

In der Bestenliste der Königsklasse liegt der bislang jüngste Sieger eines MotoGP-Rennens (Marquez war 2013 bei seinem ersten Coup 20 Jahre und 63 Tage alt) schon auf Rang drei. Agostini (8) und Rossi (7), in Buriram auf seiner Yamaha Achter, spüren Marquez (6) im Nacken. Er ist der jüngste Fahrer mit sechs Titeln in der größten Klasse und mit acht Titeln.

"Ich freue mich wahnsinnig für ihn. Er hat fast jedes Rennen perfekt absolviert", sagte Marquez' jüngerer Bruder Alex bei ServusTV. Der 23-Jährige wurde in der Moto2 Fünfter und ist als Spitzenreiter auf WM-Kurs. Marcel Schrötter musste sich derweil quälen. Der Vilgertshofener, der wegen eines vierfachen Schlüsselbeinbruchs zuletzt zwei Rennen verpasst hatte, wurde beim Comeback 14.

"Ich bin total am Ende. Ich würde lügen, wenn ich sage, ich hätte Schmerzen. Die Kraft geht einfach aus", sagte Schrötter: "Ich bin mitgeschwommen. Das Problem ist einfach, dass ich nicht attackieren kann." Erneut nicht in die Punkte fuhr Philipp Öttl (Ainring) als 22.

(sid/old)
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