Kfc Uerdingen: Schmutziger Sieg für den KFC Uerdingen

Kfc Uerdingen: Schmutziger Sieg für den KFC Uerdingen

Fußball: Der 2:1-Erfolg für den KFC gegen das abgeschlagene Schlusslicht, den FC Hennef, war das erwartet harte Stück Arbeit. Nico Buckmaier gelang ein Doppelpack, Fabio Fahrian sah zum fünften Mal Gelb und musste verletzt raus.

Fußballer haben bisweilen eine ganz eigene Terminologie in ihrer Sprache. Es gibt einen dreckigen Sieg, man spricht von einem Arbeits- oder Zittersieg. Für den 2:1 (1:1) Heimsieg des KFC Uerdingen über das abgeschlagene Tabellenschlusslicht FC Hennef traf von alledem ein bisschen zu.

Entscheidend aber ist, dass die Uerdinger durch diesen Erfolg mit jetzt 21 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz stehen und das Punktepolster zum ersten Abstiegsrang satte zwölf Zähler dick ist. Kaum jemand hätte angesichts des katastrophalen Verlaufs der Vorsaison auf eine solche Bilanz zu diesem Saisonzeitpunkt gewettet.

Vor 1.460 Zuschauern in der Grotenburg - unter ihnen noch nicht der neue Geschäftsstellenleiter Thomas Schlecht - erwischte der KFC einen Start nach Maß. Bereits nach fünf Minuten stand es 1:0. Ein Doppelpass von Emrah Uzun, der für den gelb-gesperrten Aliosman Aydin in der Spitze spielte, und Nico Buckmaier öffnete die linke Hennefer Abwehrseite. Anschließend lupfte Buckmaier den Ball über den heraus stürzenden Torwart Rene Monjeamb ins Tor.

Wer nun ein Schützenfest gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht erwartete, sah sich getäuscht. Denn bereits in Minute 13 war die Uerdinger Führung schon wieder dahin. Rachid Bouallal stand im Strafraum völlig frei, mit einem Volleyschuss traf er zum 1:1 und brachte den Aufsteiger aus der Mittelrheinliga so ins Spiel zurück.

"So frei darf in der Regionalliga ein Spieler nicht stehen", ereiferte sich KFC-Trainer Murat Salar über das, was er gerade auf seiner rechten Abwehrseite hatte sehen müssen. Ein Treffer, der den Uerdinger Spielfluss förmlich zu lähmen schien, denn nun häuften sich die Fehlpässe. Und der Aufsteiger erspielte sich durchaus Chancen zur eigenen Führung, zeigte sich im Abschluss dann aber doch zu nervös.

Auch in der zweiten Hälfte leistete sich der KFC weiterhin eine Vielzahl einfacher Stock- und Abspielfehler, stellte aber nie das Arbeiten ein. Und hatte in der 74. Minute einen lichten Moment, als Kofi Schulz rasend schnell über die linke Seite nach vorne stürmte. Seine scharfe Hereingabe in den Rücken der Abwehr hämmerte erneut Buckmaier ("An meinen letzten Doppelpack kann ich mich gar nicht erinnern. Ich glaube, der war noch bei Wattenscheid in der Oberliga.") zum 2:1-Siegtreffer in die Maschen.

"Das kann doch nicht sein, dass einer über 70 Meter ohne Körperkontakt laufen kann. Den muss dann einer doch einfach mal weghauen", sagte Hennefs Trainer Marco Bäumer über diese Szene und bemühte damit eine weitere Fußballermetapher.

In der Schlussphase hatte seine Mannschaft noch die ein oder andere Chance zum Ausgleich. In der 86. Minute parierte der stark haltende Robin Udegbe einen Flachschuss des eingewechselten Nikolas Klosterhalfen. Da war er, der glückliche Sieg.

Getrübt wurde der Uerdinger Erfolg durch die fünfte Gelbe Karte, die Fabio Fahrian in der 60. Spielminute sah. Am kommenden Sonntag beim FC Kray muss er zuschauen. Zudem zog er sich in dieser Szene eine Verletzung an der linken Augenbraue zu, so dass er gegen Dominik Oehlers ausgewechselt werden musste.

(RP)
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