1. Sport
  2. Fußball
  3. KFC Uerdingen

KFC Uerdingen schlägt Wuppertaler SV 4:0

KFC Uerdingen : Der letzte Schritt zum Titel

Der KFC Uerdingen besiegt den alten Rivalen Wuppertaler SV mit 4:0. Zwei dicke Wermutstropfen: Kapitän Mario Erb und Christian Müller sind schwer verletzt. Sonntag in Wiedenbrück wollen die Blau-Roten Meister werden.

Das Ergebnis ist klar und deutlich, doch es war gleich aus mehreren Gründen ein höchst emotionales, nervenaufreibendes Spiel, das der KFC Uerdingen gegen den Wuppertaler SV vor 6162 Zuschauern mit 4:0 (1:0) gewann.

Die Gäste zeigten von der ersten Sekunde an, dass sie zum Stolperstein für die Gastgeber auf dem Weg zum Titel werden wollen. "Das ist kein Problem, das kenne ich im Profifußball nicht anders", sagte Uerdingens Trainer Stefan Krämer. Allerdings übertrieben die Wuppertaler bisweilen ihren Einsatz, so dass ihr hartes Einsteigen in einigen (wenigen) Aktionen auch rüde war. In eben einer solchen Szene erlitt Mario Erb einen komplizierten Kieferbruch. Er wurde sofort ins Uerdinger Krankenhaus gebracht und operiert. Damit ist die Saison für den KFC-Kapitän vorzeitig beendet. Christian Müller erlitt einen Muskelfasseriss. "Ich hoffe, dass er zumindest beim Rückspiel einsatzfähig wäre, falls wir die Relegation erreichen", sagte der Trainer.

1:0 führte der KFC nach einem schönen Angriff über Lucas Musculus, den Maximilian Beister abschloss. Dann fielen Erb und Müller aus, was die Mannschaft erst einmal verdauen musste. Der Spielfluss litt, aber sie gestattete den Gäste keine Torchance. Das war weitaus beruhigender als das bis dahin knappe Resultat.

Das änderte sich auch nach dem Wechsel zunächst nicht. Es blieb knapp, der WSV optisch nun gleichwertig, aber chancenlos. Einen Eckball von Jan Holldack drückte Tanju Öztürk dann zum vorentscheidenden 2:0 über die Linie. In der Schlussphase schraubte der KFC das Ergebnis hoch. Lucas Musculus, von WSV-Torhüter Wickl von den Beinen geholt, verwandelte den fälligen Elfmeter selbst, und Connor Krempicki sorgte schließlich für den späteren Endstand.

"Gegen den Ball waren wir überragend, mit dem Ball etwas zu fahrig", analysierte Krämer, der ein Sonderlob für Tanju Öztürk parat hatte - nicht nur wegen seines Tores, sondern für seine gesamte Leistung. "Das ist eine Sensation, was der Junge bringt", sagt der Coach euphorisch.

Für ihn war es selbstverständlich, Patrick Ellguth für den verletzten Erb in die Viererkette zu stellen. Gemeinsam mit Christopher Schorch bildeten er die Zentrale. "Einmal pro Woche spielen wir Elf gegen Elf", berichtet Krämer. "Da spielt Patrick immer in der Innenverteidigung und macht das richtig gut. Deshalb war mir sofort klar, dass er die Aufgabe übernimmt."

Ellguth ist somit im Saisonfinale erste Wahl. Zunächst am Sonntag beim SC Wiedenbrück, wo der KFC die Meisterschaft perfekt machen will. "Wir haben jetzt neun Mal in Folge gewonnen, das ist schon etwas Besonderes", sagt Krämer. "Das kommt im Profifußball nicht so oft vor, und in diesem Bereich sind wir, wenn auch erst am Anfang." Auch er weiß, dass jede Serie mal reißt, doch er ist zuversichtlich, dass das noch nicht der Fall sein wird: "Wir haben jetzt neun Mal gewonnen, warum dann nicht auch das zehnte Mal?"

(ths)