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Fortuna Düsseldorf im emotionalen Wechselbad

Ein Samstag mit vielen Gefühlen : Fortuna im emotionalen Wechselbad

Das Debüt von Trainer Uwe Rösler rief ganz unterschiedliche Gefühle hervor. Fortunas Protagonisten versuchen, das Positive hervorzuheben.

Ein einheitliches Stimmungsbild gab es am Samstagnachmittag im Bauch der Düsseldorfer Arena nicht. Einige Fortunen waren nach dem 1:1-Ausgleich der Eintracht in der Nachspielzeit einfach nur geknickt. Andere waren geradezu euphorisch in Bezug auf den Auftritt der Mannschaft. Einig waren sich aber alle in einem Punkt: Es war ein sehr emotionaler Abschluss einer sehr emotionalen Woche.

Uwe Rösler gab unumwunden zu, dass er vor seinem Debüt als Bundesliga-Trainer sehr nervös gewesen sei. Vor allem hatte er mit Spannung die Reaktion der Fans auf die Entlassung von Trainerliebling Friedhelm Funkel erwartet. „Das war die entscheidende Frage heute. Und die Mannschaft hat gespürt, dass die Bude bebt. Alle waren hinter uns. Das hat der Mannschaft Sicherheit gegeben“, betonte Rösler.

In der Tat wurde das Thema Funkel nur am Rande durch ein Banner der Ultras zur zweiten Halbzeit („Die Leute vereint und den Verein geprägt. Friedhelm, wir verneigen uns.“) und die Musikauswahl von Stadion-DJ „Opa“ (u.a. „Die Sterne funkele“) aufgegriffen. Ansonsten nahm das Publikum den forschen Auftritt im 3-5-2-System dankend an. Rösler war anschließend fast schon gerührt und sagte: „Die Mannschaft hat mir ein Superdebüt bereitet. Es hat viel Spaß gemacht. Ich bin stolz auf das Team.“

Noch euphorischer war Vorstandschef Thomas Röttgermann, der ein „ganz anderes Spiel“ gesehen hatte. In Klammern war da natürlich ein „als unter Funkel“ zu hören. Röttgermann wollte das bittere Ergebnis gar nicht groß thematisieren, sondern nur über den positiven Eindruck sprechen: „Das macht mir so viel Zuversicht, das Tempo war deutlich höher. Und was mir am meisten gefällt, ist die Körpersprache.“

Doch der emotionale Tag hatte eben diesen einen nicht zu unterschätzenden negativen Höhepunkt. Als sich die Fortuna-Fans schon in der Altstadt auf den 1:0-Sieg durch Kaan Ayhans abgefälschten Freistoßtreffer anstoßen sahen, kam der Frankfurter Timothy Chandler und spuckte sinnbildlich mit seinem Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit ins Glas. Rösler analysierte das in ganz ruhigem Ton: „Wir hatten eigentlich drei Punkte im Sack, aber wir waren nicht clever genug.“ Der 51-Jährige hätte gerne gesehen, dass seine Mannschaft entweder die guten Kontergelegenheiten besser ausspielt, oder zumindest Zeit von der Uhr nimmt, indem sie mit dem Ball Richtung Eckfahne läuft. „Wir waren ein bisschen gierig und nicht eiskalt und routiniert genug. Ich kritisiere die Spieler aber nicht, sie müssen das nur lernen“, sagte Rösler und beschrieb die fehlende Kaltschnäuzigkeit mit einem Vergleich: „Wir waren heute wie ein kleiner Junge, der auf die heiße Herdplatte fasst. Jetzt müssen wir sicherstellen, dass das nicht nochmal passiert.“

Die Lerneffekte können die Düsseldorfer bereits am Dienstag präsentieren. Dann hat Rösler mit seinem Team beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern die große Chance, ins Pokalviertelfinale einzuziehen.