Kreuzbandriss: Breno nie mehr für Nürnberg

Kreuzbandriss: Breno nie mehr für Nürnberg

München/Nürnberg (RPO). Der 1. FC Nürnberg feierte seinen überraschenden Sieg über Bayer Leverkusen als Wiederauferstehung im Abstiegskampf, doch in der Kabine saß ein einsamer Brasilianer und weinte. Während der Club mit dem 3:2 (2:0) gegen den Herbstmeister erstmals seit dem 14. Spieltag die Abstiegszone verließ und das gebührend feierte, war Breno am Boden zerstört: Er hat sich Kreuzband und Innenmeniskus im rechten Knie gerissen - und kann nie wieder für den Club spielen.

"Es ist bitter, dass man sich nie einfach nur über einen Sieg freuen kann", sagte Club-Manager Martin Bader angesichts der bösen Verletzung der Leihgabe von Bayern München. Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef der Münchner, kündigte am Montag an, Breno nach einer Operation in den USA zurück an die Isar zu holen. Die kurze Karriere Brenos beim Club ist damit nach nur sieben Spielen bereits beendet.

Wie sehr den 1. FCN dieser Ausfall trifft, brachte Club-Kapitän Andreas Wolf auf den Punkt. "Breno war in der Rückrunde unser bester Mann", sagte er. Trainer Dieter Hecking sprach von einem "dicken Wermutstropfen" im Siegerkelch: "Das ist bitter. Breno war unser überragender Innenverteidiger. Er wird uns auf jeden Fall fehlen."

Mit Stefan Reinartz hatte Breno ausgerechnet ein Ex-Nürnberger verletzt, als er ihn in der 32. Minute foulte. Reinartz sah gelb, "dunkelgelb" hätte es laut Hecking auch sein können. Club-Torwart Raphael Schäfer plädierte deshalb für eine nachträgliche Sperre von Reinartz. Der schlich mit hängenden Schultern zum Bus und flüsterte betrübt: "Ich wollte ihn nicht verletzen, es tut mir leid."

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Nürnberg muss im richtungweisenden Kellerduell am Samstag beim Schlusslicht Hertha BSC Berlin und danach nun ohne Breno auskommen, Hecking wollte deshalb aber nicht lange lamentieren. "Nun müssen es eben die anderen richten", sagte er. Dominic Maroh soll für Breno in die Viererkette rücken, und laut Hecking hat "er schon bewiesen, dass er das kann". So etwa beim 0:0 vor einer Woche beim VfL Bochum und nach seiner Einwechslung gegen Leverkusen.

Mit Maroh ging der Club durch Tore von Eric-Maxim Choupo-Moting (42./45.+1) und Mickael Tavares (55.) in Führung, ehe es Leverkusen nochmal spannend machte. Am Ende aber verlor Bayer seine weiße Weste und der FCN feierte den ersten Heimsieg seit fast fünf Monaten. "Wir haben es allen gezeigt", sagte Wolf stolz.

Die Zuversicht ist zurück in Franken. Zum einen machten Hecking die "vier jungen Wilden da vorne" Mut. Er meinte den "überragenden" Choupo-Moting (20), Mike Frantz (23), Marcel Risse (20) und Ilkay Gündogan (19). Zum anderen die Leistung seiner Mannschaft. "Wenn es uns gelingt, ähnlich kompakt, mutig und angriffslustig zu spielen", sagte er, "haben wir in Berlin gute Chancen." Auch ohne Breno.

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(SID/chk)