Plötzlich Bundesliga: Kölns Matuschyk lässt aufhorchen

Plötzlich Bundesliga: Kölns Matuschyk lässt aufhorchen

Köln (RPO). Das größte Lob gab es für Adam Matuschyk noch auf dem Platz. Lukas Podolski suchte nach dem Abpfiff den Weg zu seinem Mannschaftskollegen, schloss den Youngster in die Arme und gab ihm einen Klaps auf den Kopf.

Der Nationalstürmer bedankte sich bei Matuschyk für eine tolle Leistung gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München. Noch vor wenigen Wochen kannten nur eingefleischte Köln-Fans den Namen des 21-Jährigen.

Im rheinischen Derby bei Bayer Leverkusen feierte Matuschyk, der wie Podolski im polnischen Gleiwitz geboren wurde, sein Bundesliga-Debüt. Beim Gastspiel beim Spitzenreiter warf FC-Trainer Zvonimir Soldo Matuschyk ins kalte Wasser, weil er mit Verletzungssorgen bei seinen Mannen zu kämpfen hatte.

Fehler erlaubt

Auf der linken Seite zeigte das Juwel seine Klasse, machte ein ordentliches Spiel. Die wenigen Fehler, die er gemacht hat, verzeihen Trainer, Fans und Mitspieler sofort. Ein unerfahrener Spieler darf Fehler machen.

Durch seine Leistung in Leverkusen erkämpfte sich Matuschyk auch gegen Bayern München einen Platz in der Startelf. Neben Maniche und Petit wuselte der Youngster im Mittelfeld und war sogar am Führungstreffer des FC beteiligt. Matuschyk holte den Freistoß raus, den Lukas Podolski mit gütiger Hilfe von Bayern-Keeper Hans-Jörg Butt verwandelte.

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Traum wird wahr

Für Matuschyk ging gegen die Bayern ein großer Traum in Erfüllung. Der Youngster kam 2003 in die Kölner C-Jugend, wollte immer für die Domstädter in der Bundesliga auflaufen. "Vor den eigenen Fans ins Stadion einzulaufen, das war Gänsehaut pur. Es ist ein geniales Gefühl von 50.000 Zuschauern angefeuert zu werden. Jetzt werde ich mein Bestes versuchen, mich in der Mannschaft festzuspielen", sagte Matuschyk nach dem Punktgewinn im "Express".

Trotz seiner bislang zwei Einsätze im deutschen Oberhaus kennt Matuschyk keine Angst vor großen Namen. Der gebürtige Pole rannte und kämpfte gegen Bayern 90 Minuten vorbildlich und zeigte den Bayern, dass er sich nichts gefallen lässt. Nach einem harten Zweikampf lieferte er sich sogar ein Wortgefecht mit Bastian Schweinsteiger.

Interview-Verbot

Die FC-Bosse tun gut daran, Matuschyk aus der Schusslinie zu nehmen. Nach dem Spiel gegen München verließ der 21-Jährige das Rhein-Energie-Stadion ohne ein Wort, bekam Interview-Verbot. Er soll seine Leistungen aus den beiden Topspielen in den kommenden Wochen erst einmal bestätigen, dann wird er sicher auch vor das Mikrofon treten. Der Anfang ist gemacht, jetzt muss Matuschyk hart arbeiten, damit er seinen Traum weiterleben kann.

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