Borussia Mönchengladbach: Ultras ziehen Konsequenzen aus der Choreo-Zerstörung

Borussia Mönchengladbach : Ultras ziehen Konsequenzen aus Choreo-Zerstörung

Vor dem DFB-Pokalhalbfinale gegen Eintracht Frankfurt wird es keine Choreo geben. Der externe Reinigungsdienst des Borussia-Parks hat sie versehentlich zerstört.

Die Geschichte erinnert an Joseph Beuys und seine "Fettecke". Das gleichnamige Kunstwerk wurde 1986 von einem Hausmeister der Kunstakademie Düsseldorf nicht als solches erkannt und übereifrig von der Wand gekratzt. Nun sind Choreos in Fußballstadien auf ihre Art ebenso Kunstwerke. Doch diesmal waren es Mitarbeiter des Entsorgungs- und Reinigungsdienstes GEM aus Mönchengladbach, die bei der Routinereinigung des Borussia-Parks nach dem Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund nicht erkannten, was sie da dem Müll zuführten: Eine 3000 Quadratmeter große Blockfahne, die am Dienstag im Rahmen einer Choreo zum DFB-Pokalhalbfinale gegen Eintracht Frankfurt gezeigt werden sollte.

Die GEM erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, keinerlei Informationen erhalten zu haben, dass Choreo-Materialien bereits vor der Reinigung ausgelegt worden waren, die wie gewohnt am Montag stattfand. "Wir bedauern natürlich sehr, was passiert ist", sagte ein Sprecher. Üblicherweise werde die GEM in solch einem Fall immer informiert.

"Die viele tausend Euro teure Blockfahne wurde dabei so irreparabel beschädigt, dass die Durchführung der Choreo unter keinen Umständen mehr möglich war", schreiben Borussias Ultras auf der Facebook-Seite ihren Nordkurven-Flugblattes "Blockflöte". Der Frust ist groß: "Damit ist einmal mehr nicht nur sehr viel ehrenamtliche Arbeit und Geld, sowie der würdige Rahmen für dieses Halbfinale verloren. Vor allem reiht sich dieser Vorfall in eine Reihe von Ereignissen ein, die uns in Bezug auf unseren Verein vieles grundsätzlich hinterfragen lässt", heißt es weiter.

Mit der "Reihe von Ereignissen" dürfte auch die Choreo anlässlich des Europa-League-Heimspiels gegen den FC Schalke gemeint sein, die Borussia Mitte März ablehnte. "Uns ging es nicht um die Idee an sich, aber ein großer Bestandteil des Motivs war aus unserer Sicht gewaltverherrlichend", hieß es damals von Vereinsseite.

Es soll "Konsequenzen" geben, die am Abend näher erläutert werden und die im Forum "borussen.net" bereits durchgesickert sind. Ein User zitiert dort aus einer WhatsApp-Nachricht der Gruppierung "Sottocultura", die unserer Redaktion ebenfalls vorliegt. Darin heißt es: "Aus Loyalität zur Mannschaft, wegen der Wichtigkeit des Spiels und weil wir alle ins Finale wollen, werden wir heute im Stadion alles geben — vorerst wird das aber auch der letzte Auftritt von uns im Borussia-Park gewesen sein. Schon heute Abend werden wir gänzlich auf Zaunfahnen und anderes Material verzichten, ab dem Spiel gegen Augsburg stellen wir dann bei Heimspielen sämtliche Aktivitäten als Gruppe ein."

Auswärts wolle "Sottocultura" dagegen auch in Zukunft weiter geschlossen als Gruppe auftreten, inklusive Zaunfahnen. Der Container im Borussia-Park sei aber bereits geräumt und auch die Mikrofonanlage zurückgegeben worden. Bestätigen wollte "Sottocultura" die Konsequenzen auf Anfrage unserer Redaktion noch nicht und verwies auf Flugblätter, die am Dienstagabend im Stadion verteilt werden sollen.

Borussia selbst hat sich auf Anfrage bislang nicht zu der Thematik geäußert.

>>> 7:8 n.E. gegen Eintracht Frankfurt >>>

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die schönsten Choreos der Borussia-Fans

(jaso)
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