Kommentar zur Klinsmann-Verpflichtung: Großer Schritt in die Zukunft

Kommentar zur Klinsmann-Verpflichtung : Großer Schritt in die Zukunft

München (RPO). Es ist die Sensation des Sportwochenendes. Der FC Bayern München holt Jürgen Klinsmann als Trainer in die Bundesliga. Das ist ein großer Schritt in die Zukunft und gleichzeitig ein mutiger Abschied vom alten Denken. Die Bayern holen einen unverbrauchten Mann, der bereits als Trainer des Deutschen Fußball-Bundes nachgewiesen hat, dass er mit großer Entschlossenheit vorgehen kann.

Klinsmann wird den FC Bayern neu erfinden. Er steht nicht im Ruf, sich gern in seine Arbeit hineinreden zu lassen. Und er ist der erste kräftige Gegenpol gegen Manager Uli Hoeneß, Klub-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge und Aufsichtsrats-Chef Franz Beckenbauer, die glorreichen Drei der jüngeren Münchner Vergangenheit.

Vor allem Hoeneß musste über seinen Schatten springen. Denn bereits die Zusammenarbeit mit dem als recht eigenwillig bekannten Spieler Klinsmann in den 90er Jahren war alles andere als einfach.

Klinsmann ist keineswegs pflegeleichter geworden, eher selbstbewusster und zielorientierer. Dabei hat er seine gesamte Laufbahn immer extrem an den eigenen Bedürfnissen ausgerichtet.

Als Verbandstrainer beim DFB hat der 43-Jährige nicht nur Durchsetzungskraft bewiesen, sondern auch Sinn für neue Methoden und großes Talent als Motivator. Freilich musste er das Nationalteam immer nur punktuell in Hochform bringen. Mit einer Klubmannschaft über längere Zeit hat Klinsmann bis jetzt nicht gearbeitet. Dieser Job erfordert Weitsicht und kluge Dosierung.

(RP)