Schwere Zeiten für Hoeneß: Bayern kommt nicht zur Ruhe

Schwere Zeiten für Hoeneß : Bayern kommt nicht zur Ruhe

München (RPO). Für Franz Beckenbauer ist die Trennung von Trainer Ottmar Hitzfeld bereits jetzt ein schwerer Schlag. Zudem wird der Ton im Streit mit dem VfB Stuttgart rauer: Für Uli Hoeneß brechen wieder einmal schwere Zeiten an. Der Bayern-Boss hat aber längst schon wieder den nächsten Champions-League-Erfolg im Visier.

Der Manager von Rekordmeister Bayern München will mit aller Macht beweisen, dass auch "solides Handwerk" den Titel in der Königsklasse bringen kann.

"Es ist mein allerhöchstes Ziel, noch mal die Champions League zu gewinnen. Vor allem, um zu beweisen, dass man nicht unbedingt das Geld von milliardenschweren Eigentümern wie Abramowitsch braucht, sondern dass man es auch mit solidem Handwerk schafft", sagte Hoeneß auf dem Neujahrsempfang eines Sponsors.

Der Manager glaubt indes nicht, dass Hitzfeld nach seinem Abschied im Sommer aus München die Nationalmannschaft der Schweiz übernehmen wird. "Ich glaube nicht, dass die Schweizer sich auf den Ottmar freuen können. Ich glaube, dass der bei Premiere Spiele kommentieren wird", sagte der 56-Jährige auf der Veranstaltung einem Bericht der Abendzeitung zufolge.

Beckenbauer drückte unterdessen sein Bedauern über den Abgang Hitzfelds und die Art und Weise des Bekanntwerdens aus. "Diese frühe Bekanntgabe hat mich überrascht. Man hat doch gesagt, dass man sich in Marbella zusammensetzt", erklärte der "Kaiser" in der Sport Bild und fügte hinzu: "Es ist schade, dass man jetzt getrennte Wege geht." Ursprünglich hatten die Bayern angekündigt, sich erst nach dem Trainingslager in Südspanien Mitte Januar zu dem Thema äußern zu wollen.

Allerdings hat der Aufsichtsratsvorsitzende auch Verständnis für den Abgang des Trainers, der am kommenden Samstag seinen 59. Geburtstag feiern wird. "Was dich zermürbt, ist dieses tägliche Business. Das ganze Drumherum, das wird immer schwieriger. Das hälst du ja gar nimmer aus", sagte Beckenbauer weiter und blickte voraus: "Der Ottmar ist ein kluger Kopf, der weiß genau, was er will. Er war die letzten Wochen nicht sehr glücklich. Er geht auf die 60 zu. Da gibt es angenehmere Herausforderungen. Zum Beispiel Nationaltrainer."

Unterdessen hat Manager Horst Heldt vom deutschen Meister VfB Stuttgart die Kritik von Hoeneß im Streit um Nationalstürmer und Bayern-Bankdrücker Lukas Podolski gekontert. "Ich habe nur gesagt, dass wir als VfB Stuttgart uns mit dem Thema Podolski befassen müssen, wenn er auf dem Markt sein sollte. Es hat noch keinen Kontakt gegeben", sagte Heldt in der Bild. Hoeneß hatte zuvor gezürnt, es sei "nicht korrekt, einen Profi anzubaggern, der bei einem anderen verein noch zweieinhalb Jahre unter Vertrag steht".

Im Hinblick auf Beckenbauer, der VfB-Trainer Armin Veh als möglichen Hitzfeld-Nachfolger genannt hatte, sagte Heldt weiter, man finde es "nicht schön, dass unserem Trainer vor laufender Fernsehkamera Avancen von den Bayern gemacht werden". Da habe man bereits mit Felix Magath schlechte Erfahrungen gemacht. Der jetzige Wolfsburger Coach war 2004 von den Schwaben zu den Bayern gewechselt.

Den noch amtierenden Münchner Trainer Hitzfeld plagen derweil erste Personalsorgen. Mittelfeldspieler Ze Roberto knickte im Training um und zog sich eine Bänderdehnung im rechten Sprunggelenk zu. Der Brasilianer wird zunächst eine dreitägige Trainingspause einlegen und stand im ersten Bayern-Testspiel des Jahres beim Zweitligisten FC Augsburg am Mittwochabend damit nicht zur Verfügung. Ebenfalls nicht möglich war das Mitwirken der grippekranken Franck Ribery, Daniel van Buyten und Podolski. Alle vier betroffenen Spieler sollen aber genauso wie Marcell Jansen nach seiner Sprunggelenksoperation am Sonntag mit ins Trainingslager nach Marbella fliegen.

(sid)