Scouting-Leiter: Daniel Kreutzer wird das Auge der Düsseldorfer EG

Scouting-Leiter beim Eishockey-Klub: Kreutzer wird das Auge der DEG

Seit Daniel Kreutzer seine aktive Karriere im Eishockey beendet hat, war offen, wie die DEG das Urgestein weiter einbindet. Jetzt steht fest: Der 38-Jährige wird Leiter der Scouting-Abteilung und Mitglied der Sportlichen Leitung.

Daniel Kreutzer verleiht seiner neuen Stellung bei der Düsseldorfer EG auch optisch Nachdruck. Wer dem ehemaligen Eishockeyspieler in den vergangenen Jahren am Vormittag an der Brehmstraße begegnete, traf ihn meist in Sportlerkleidung an, abgekämpft vom Training. Das ist Geschichte. Am Dienstag lässt er im schicken hellblauen Hemd verlauten: „Ich denke schon, dass ich ein Auge dafür habe, welcher Spieler das Potential für die DEG hat.“ Wie schon als Akteur auf dem Eis, steht Kreutzer auch in seiner neuen Position für Geradlinigkeit: Zur neuen Saison wird er die neu geschaffene Stelle als Leiter der Scouting-Abteilung besetzen.

Der 38-Jährige überstand in seinen 1060 Spielen in Deutschlands höchster Eishockeyklasse (817 für die DEG) und 201 Partien für die Nationalmannschaft einige Verletzungen. Eine Schulterluxation beendete seine aktive Karriere im Oktober 2016 aber endgültig. Als „Schnitzel“ im vergangenen Februar dann noch einmal den Geist des Eisstadions an der Brehmstrasse erweckte und 9000 Fans zu seinem Abschiedsspiel pilgerten, wurde spätestens klar: Eine DEG ohne Daniel Kreutzer? Schwer vorstellbar. Beide Seiten suchten eine Lösung. Nun gibt es sie. „Für mich war klar, dass ich in der sportlichen Leitung tätig werden möchte“, sagt Kreutzer. „Ich bin sehr glücklich, dass das geklappt hat und bin voller Euphorie, weiter bei meinem Heimatverein tätig sein zu können.“ Nachdem auch die letzten Formalitäten mit der Berufsgenossenschaft geklärt wurden, beginnt sein Drei-Jahres-Vertrag in der Geschäftsstelle zur neuen Saison.

Neben der Funktion als Leiter der Scouting-Abteilung wird Kreutzer zusätzlich dem Sportlichen Leiter Niki Mondt assistieren. „Das wird sich nicht nur auf das Thema Scouting beschränken. Daniel hat ja schon in der jüngeren Vergangenheit überall hineingeschnuppert und viel mitgeholfen“, sagt Geschäftsführer Stefan Adam. „Der ein oder andere Transfer für diese Saison ist bereits durch Daniels Tätigkeit zustande gekommen.“ Der neue Trainer Harold Kreis nimmt die Vorlage gerne auf und lobt Daniel indirekt, wenn er seine Zufriedenheit darüber preisgibt, mit welchem Kader er im September in die neue Saison starten darf. Kreis verkündet dann auch gestern offiziell das Saisonziel Play-off-Platz. Nachdem die Fans der Rot-Gelben in den vergangenen zwei Spielzeiten auf die schönste Eishockey-Jahreszeit verzichten mussten, setzt sich dieses Ziel allerdings quasi von selbst.

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Da die Kaderplanung für die kommende Runde bereits abgeschlossen ist, bleibt Mondt und Kreutzer nun genug Zeit, mittel- bis langfristige Planungen voranzutreiben. Dazu gehört auch die Optimierung des seit vergangenen Oktober installierten digitalen Scouting-Systems. „Ich stehe im Austausch mit den Herstellern. Wir werden das jetzt noch detaillierter angehen, um die DEG auch in diesem Bereich noch professioneller aufzustellen“, sagt Kreutzer.

Für den gebürtigen Düsseldorfer steht vor allem der Mensch im Vordergrund, wenn es um die Auswahl künftiger Zugänge geht. „Natürlich muss die sportliche Qualität stimmen, aber an erster Stelle steht, ob der Spieler charakterlich in unseren Verein passt“, sagt Kreutzer. „Wir wollen zudem vermehrt junge deutsche Talente nach Düsseldorf lotsen. Langfristig soll ein stabiles Gerüst entstehen, um die DEG in der Tabelle wieder weiter nach oben zu bringen.“

Geschäftsführer Adam ergänzt: „Wir wollen nicht nur sportlich erfolgreich sein. Wir wollen etwas kreieren, wofür die DEG darüber hinaus steht.“ Ein Düsseldorfer Urgestein wie Daniel Kreutzer zu installieren, erscheint da als logische Konsequenz.

(erer)