Persönlich: Recep Tayyip Erdogan . . . will wieder deutsche Freunde

Persönlich: Recep Tayyip Erdogan . . . will wieder deutsche Freunde

Der türkische Staatspräsident war schon immer ein Freund starker Worte. Mit ihnen konnte <a href="http://www.rp-online.de/thema/recep-tayyip-erdogan/#erdogan" target="_blank">Recep Tayyip Erdogan</a> stets seine Anhänger beglücken, Freunde tief verschrecken und verletzen. Die Demokratie, der Westen, Deutschland und Bundeskanzlerin Angela Merkel bekamen ihr Fett weg. Die Nazi-Keule wurde von ihm rücksichtslos geschwungen. Deutschland sei gar eines der wichtigsten Aufnahmeländer für "Terroristen" geworden. Dünnhäutig zeigte sich der Staatspräsident nur bei einem gegen ihn gerichteten Schmähgedicht einer NDR-Satiresendung. Der Inhalt war eher eine geschmacklose Entgleisung als ein justiziabler Tatbestand. In den vergangenen Monaten wurden reihenweise deutsche Staatsbürger in Haft genommen. Der Welt-Korrespondent Deniz Yücel sitzt wie andere noch immer ein.

Der türkische Staatspräsident war schon immer ein Freund starker Worte. Mit ihnen konnte Recep Tayyip Erdogan stets seine Anhänger beglücken, Freunde tief verschrecken und verletzen. Die Demokratie, der Westen, Deutschland und Bundeskanzlerin Angela Merkel bekamen ihr Fett weg. Die Nazi-Keule wurde von ihm rücksichtslos geschwungen. Deutschland sei gar eines der wichtigsten Aufnahmeländer für "Terroristen" geworden. Dünnhäutig zeigte sich der Staatspräsident nur bei einem gegen ihn gerichteten Schmähgedicht einer NDR-Satiresendung. Der Inhalt war eher eine geschmacklose Entgleisung als ein justiziabler Tatbestand. In den vergangenen Monaten wurden reihenweise deutsche Staatsbürger in Haft genommen. Der Welt-Korrespondent Deniz Yücel sitzt wie andere noch immer ein.

Nun konstatiert Erdogan eine Verbesserung der deutsch-türkischen Beziehungen. "Wir haben weder ein Problem mit Deutschland noch mit Holland noch mit Belgien. Im Gegenteil, die Regierenden in diesen Ländern sind meine alten Freunde", die ihm "unrecht getan" hätten, sagte er: "Wir sind gezwungen, Feinde zu verringern und Freunde zu vermehren." Die Erkenntnis kommt spät. Seit dem Putschversuch Mitte Juli 2016 leidet das Land unter einer beispiellosen Säuberungswelle. Tausende wurden aus dem öffentlichen Dienst entlassen, der Rechtsstaat wurde weiter eingeschränkt. Mehr als 760 Türken mit Diplomaten- oder Dienstpässen haben Asyl in Deutschland beantragt. Andere, reiche Türken investieren 250.000 Euro in Griechenland und bekommen im Gegenzug Aufenthaltsgenehmigungen für die ganze Familie mit freier Reisemöglichkeit im Schengen-Raum.

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(RP)
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