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Illegaler Welpenhandel bricht traurigen Rekord

Erschreckende Halbjahres-Bilanz : Illegaler Welpenhandel bricht traurigen Rekord

Die Zahl der illegal gehandelten Hundewelpen ist im August 2021 schon höher als im gesamten vergangenen Jahr. Das liegt auch an den fehlenden Maßnahmen der Bundesregierung, kritisiert der Deutsche Tierschutzbund.

Obwohl das Jahr erst zur Hälfte um ist, hat der illegale Welpenhandel bereits einen Rekord gebrochen. Eine aktuelle Auswertung des Deutschen Tierschutzbundes (DTB) zeigt, dass in den bisher 179 bekannt gewordenen Fällen 1307 Tiere betroffen waren  - die große Mehrheit davon Hundewelpen. Die Zahl der Tiere übersteigt nach sechs Monaten schon die des gesamten vergangenen Jahres, in dem 172 Fälle von illegalem Tierhandel mit 1221 Tieren bekannt geworden waren. Von einer hohen Dunkelziffer ist auszugehen.

Schon im Vorjahr hatten Tierschützer einen starken Aufwärtstrend beobachtet. „Dieser Anstieg war leider fast zu erwarten. Die Nachfrage ist weiter hoch, die Pforten des Internets sind für kriminelle Händler weit geöffnet und der Gesetzgeber greift nicht ein", sagt Romy Zeller vom DTB.

Die Maßnahmen der Bundesregierung gegen den Handel mit Welpen finden die Mitglieder des Deutschen Tierschutzbundes bisher enttäuschend. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte Anfang Juli ihre Unterstützung im Vorgehen gegen unseriöse Hundeverkäufer im Internet versichert. „Mit einer Informationsoffensive wollen wir kriminellen Machenschaften besser das Handwerk legen", sagte Klöckner den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Es handelt sich dabei um eine Branchenvereinbarung der digitalen Verkaufsplattformen mit klareren Regeln für das Onlineangebot von Tieren, um unseriöse Anbieter besser zu erkennen. Doch PR-Kampagnen und freiwillige Verpflichtungen gehen dem DTB nicht weit genug, da sie „kaum etwas am immensen Problem des Internethandels ändern werden“. Eine gesetzliche Regulierung sei aus Tierschutzsicht unumgänglich.

Der Bundesrat sieht das ähnlich: Im Juni forderte er die Bundesregierung auf, nationale Handlungsspielräume zu schaffen oder sogar ein EU-weites Verbot des Onlinehandels mit Hundewelpen durchzusetzen, wenn ein deutschlandweites Verbot nicht möglich ist. „Solange sich nichts ändert, werden weiter massenhaft Welpen unter schlimmsten Bedingungen produziert, illegal geschmuggelt und oftmals krank, ohne Impfung und Papiere an blauäugige Käufer verscherbelt“, sagt Zeller.

(desa)