Wahlkreis mit nur drei Stimmen Unterschied: Neuauszählung in Essen hat begonnen

Wahlkreis mit nur drei Stimmen Unterschied : Neuauszählung in Essen hat begonnen

Die Neuauszählung der Stimmen im Essener Bundestagswahlkreis 120 hat am Samstag wie geplant begonnen. Hier hatte es mit nur drei Zählern Unterschied bei den Erststimmen das bundesweit knappste Resultat gegeben.

Wegen Unstimmigkeiten in den Protokollen muss nun neu ausgezählt werden. Am Morgen habe es eine halbstündige Einführung für die Zähler gegeben, sagte Stadtsprecher Stefan Schulze. Bis zum Abend sollen alle 150 000 Stimmzettel neu gezählt sein. Am Sonntag findet dann als Gegenprobe eine zweite Zählung statt.

Das Ergebnis wird erst am Montag bekanntgegeben. Als erfolgreich abgeschlossen gilt die Neuzählung erst, wenn beide Durchgänge zum exakt gleichen Resultat führen. Die Prozedur ist in den Essener Messehallen öffentlich zugänglich.

Der CDU-Kandidat Matthias Hauer hatte nach der ursprünglichen Auszählung das Direktmandat gegen Petra Hinz von der SPD gewonnen. Beide Politiker bleiben auf jeden Fall im Bundestag. Sie haben sichere Plätze auf den Landeslisten von SPD und CDU.

Stimmzettel in Fahrstuhl gefunden

Am Freitag war eine weitere Wahlpanne in Essen bekannt geworden. In einem Fahrstuhl auf dem Universitätscampus wurden am frühen Montagmorgen 26 Säcke mit Stimmzetteln gefunden.

Wie die " Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet, wurden im Uni-Gebäude am Sonntag Briefwahl-Stimmen ausgezählt. Anschließend wurden die Stimmzettel in Stoffbeuteln verpackt und ins Wahlamt gebracht. Warum die 26 Säcke nicht wie vorgeschrieben abgeliefert wurden, ist unklar. Nach Angaben der Stadt Essen soll es aber keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei Auszählung geben.

Auch die Verwaltung der Stadt Ratzeburg in Schleswig-Holstein steht wegen einer Wahlpanne im Fokus.

Dort hat die Post 200 ausgefüllte Briefwahl-Zettel erst am Montag nach der Bundestagswahl zugestellt. Der Grund für die Panne ist unklar, Post und Stadtverwaltung schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu.

Die Briefe würden nun ungeöffnet vernichtet, sagte der Sprecher des Kreises Herzogtum Lauenburg am Freitag. Auswirkungen auf das Wahlergebnis hätten die vergessenen Stimmzettel nicht. Die "Lübecker Nachrichten" hatten zuerst über die Briefwahl-Panne berichtet.

(lnw)