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Röttgen fordert Russland-Sanktionen für Eskalation im Syrien-Konflikt

Hundertausende auf der Flucht : Röttgen fordert Russland-Sanktionen für Eskalation im Syrien-Konflikt

In Syrien wird um die Stadt Aleppo wieder ein erbitterter Kampf geführt, die Menschen fliehen vor dem Krieg. Jetzt gibt es erste Forderungen aus der Politik, Russland zu sanktionieren.

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hat mit Blick auf russische Luftangriffe im Norden Syriens das „Wegschauen des Westens“ kritisiert. Diese Zurückhaltung sei „eine Schande“ und „gegen unsere eigenen Sicherheitsinteressen“, sagte Röttgen, der auch Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages ist, der „Bild“-Zeitung. „Wenn die Verbrechen weitergehen, muss es Sanktionen gegen Russland geben“, so Röttgen.

Die Truppen von Syriens Präsident Baschar al-Assad haben im vergangenen Jahr eine Offensive auf die Rebellenhochburg Idlib im Nordwesten Syriens begonnen. Trotz einer Waffenruhe setzten sie die Angriffe zusammen mit der verbündeten russischen Luftwaffe auch in den vergangenen Wochen fort. Bei den Angriffen kommen immer wieder Zivilisten ums Leben.

„Die gezielte Bombardierung von Zivilisten durch die russische Luftwaffe ist ein abscheuliches Kriegsverbrechen“, sagte Röttgen der „Bild“. „Das, was jetzt nötig ist, ist maximaler politischer und wirtschaftlicher Druck auf Russland, die Bombardierung der
Zivilbevölkerung einzustellen.“

Der syrische Präsident Baschar al-Assad betonte indessen, er wolle alle Gebiete des Landes wieder unter seine Kontrolle bringen. Sana zitierte ihn mit den Worten: „Das syrische Volk ist entschlossen, alle syrischen Gebiete zu befreien.“ In den Rebellengebieten nutzten Terroristen die Einwohner als menschliche Schutzschilde, um den Vormarsch seiner Soldaten zu stoppen.

Allerdings bezeichnet die Regierung alle ihre Gegner im fast neunjährigen Bürgerkrieg als Terroristen, die Bürger als Geiseln genommen hätten. Zahlreiche Menschen in den verbliebenen Regionen unter Kontrolle der Opposition sind jedoch aus anderen Teilen Syriens dorthin geflohen, um nicht unter Assads Herrschaft leben zu müssen.

(mja/dpa)