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"Ring der Erinnerung": Hollande weiht Weltkriegsdenkmal ein

"Ring der Erinnerung" : Hollande weiht Weltkriegsdenkmal ein

Im "Ring der Erinnerung" spielt die einstige Feindschaft keine Rolle: Die Namen von fast 580.000 im Ersten Weltkrieg (1914-1918) getöteten Soldaten aus Großbritannien, Deutschland und Frankreich sind in dem am Dienstag eingeweihten Denkmal neben dem nordfranzösischen Soldatenfriedhof Notre-Dame-de-Lorette eingraviert. Die Namen der Toten erscheinen in alphabetischer Reihenfolge unabhängig von der Nationalität.

Eingeweiht wurde das Denkmal am Jahrestag des Waffenstillstands vom 11. November 1918 von Frankreichs Staatschef François Hollande im Beisein von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Die Einweihung erfolgte im Gedenkjahr in Erinnerung an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren.

Laut den Schöpfern des "Rings der Erinnerung" handelt es sich um das weltgrößte Denkmal mit eingravierten Namen. Der ellipsenförmige Ring aus dunkelgrauem Beton hat an seiner weitesten Stelle einen Durchmesser von 327 Metern. An der Innenseite sind knapp 500 drei Meter hohe Gedenktafeln aus Stahl angebracht, in welche die Namen von 579.606 bei den blutigen Schlachten in der Region getöteten Soldaten eingraviert wurden. Rund 241.000 Soldaten stammten aus dem britischen Commonwealth, 174.000 aus dem Deutschen Reich und 106.000 aus Frankreich und seinen Kolonien.

"Bislang gab es nationale Denkmäler. Hier werden die Gegner von früher vereint, in alphabetischer Reihenfolge", sagt der Historiker Yves Le Maner, der das Projekt zusammen mit dem Architekten Philippe Prost entwarf. Prost dachte bei der Ringform nach eigenen Worten "an einen Kreis wie ihn jene bilden, die sich an den Händen halten". Zugleich soll das Denkmal daran erinnern, wie "zerbrechlich der Frieden" ist: An einer Stelle schwebt der Ring in der Luft.

Die Kosten für das Denkmal in der Gemeinde Ablain-Saint-Nazaire nahe der Stadt Lens im äußersten Norden Frankreichs lagen bei acht Millionen Euro.

(AFP)