Der erste Tag von Donald Trump als US-Präsident

Nach der Vereidigung : Der erste Tag als US-Präsident

Zeitenwende in Washington: Donald Trump ist nun tatsächlich Präsident und geht bereits seine Agenda an. Per Federstrich lockert er Obamas Gesundheitsreform. Der erste Tag von Trumps Präsidentschaft wird indes von Protesten überschattet.

Wenige Stunden nach seiner Vereidigung als 45. Präsident der USA hat Donald Trump der Ankündigung einer radikalen Kehrtwende erste Taten folgen lassen. Im Oval Office leitete Trump am Freitagabend Schritte gegen die Gesundheitsreform seines Vorgängers Barack Obama ein. Das Weiße Haus setzte zudem mit sofortiger Wirkung staatliche Regulierungen aus, die zum Teil erst kürzlich von der vorangegangenen Regierung veranlasst wurden.

In vielen Städten im Land gab es Proteste gegen den neun Präsidenten, im Zentrum von Washington kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei sprach von mehr als 200 Festnahmen allein in der Hauptstadt wegen Randale.

"Das Volk ist wieder zum Herrscher dieses Landes geworden"

Am Freitag hatte Trump auf den Stufen des Kapitols seinen Amtseid abgelegt. Danach hielt der 70-Jährige eine kurze Antrittsrede, in der er ein düsteres Bild vom Zustand des Landes zeichnete. Vor allem an der wirtschaftlichen Situation und dem politischen Establishment in der Hauptstadt machte er seine Kritik fest. Dass Washington aufgeblüht sei, sei auf Kosten der Bevölkerung gegangen.

Das werde sich nun ändern. "Das Volk ist wieder zum Herrscher dieses Landes geworden. Dieser Moment ist euer Moment. Er gehört euch", rief er den Menschen im Publikum zu. Zudem versprach Trump, Jobs ins Land zurückzuholen und den weltweiten radikalislamischen Terrorismus "komplett auszulöschen".

Er kündigte auch an, "neuen Nationalstolz" entfachen zu wollen. "Von heute an wird eine neue Vision unser Land regieren. Von heute an wird es nur "Amerika zuerst" sein", sagte er. Zu lange hätten die USA sich darum gekümmert, Grenzen im Ausland zu verteidigen. Nun müsse es wieder um die eigenen Grenzen gehen. Gleichzeitig gelobte er, sein Land zu einen.

So alt wie Trump war bei Amtseinführung bisher noch kein US-Präsident. Er hatte zuvor noch nie ein politisches Amt inne. Im Weißen Haus tritt er die Nachfolge des 15 Jahre jüngeren Barack Obama an, der die USA seit 2009 regiert hatte. Dieser flog nach der Vereidigungszeremonie gemeinsam mit seiner Frau Michelle in einem Regierungshubschrauber nach Kalifornien, wo sie nun erst einmal ausspannen wollen.

Verfügung gegen Obamacare

In Washington gab sich sein Nachfolger derweil tatkräftig. Im Weißen Haus wies Trump Bundesbehörden per Dekret an, Teile von Obamas Gesundheitsreform zurückzufahren, die Staaten, Krankenversicherern, Familien oder Einzelpersonen "finanzielle Lasten" auferlegten. Dabei geht es vor allem um die unbeliebte Schlüsselregelung, wonach Bürger verpflichtend krankenversichert sein oder andernfalls mit Bußgeldern rechnen müssen. Trumps Verfügung schreibt Bundesbehörden zudem vor, US-Staaten mehr Flexibilität bei der Umsetzung der "Obamacare" genannten Reform zu gewähren.

Donald Trump spricht den Amtseid

"Das ist eine Bewegung und die Arbeit beginnt jetzt", erklärte Trump später in Washington auf einem der drei Bälle, die die Feiern rund um seine Amtseinführung abrundeten. "Wir lieben euch. Wir werden für euch arbeiten und Ergebnisse liefern."

Die Proteste gegen den umstrittenen neuen Präsidenten dürften indes nicht so bald abreißen. Am Samstagnachmittag versammelten sich rund 500.000 Menschen zum "Marsch der Frauen" in Washington, um gegen Donald Trump zu protestieren.

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(das/ap)