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Parfümschöpfer: Neue Rassismus-Vorwürfe gegen Guerlain

Parfümschöpfer : Neue Rassismus-Vorwürfe gegen Guerlain

Jean-Paul Guerlain hat offenbar wieder Ärger wegen rassistischen Äußerungen: Einen Monat nach einem Prozess wegen gegen den französischen Parfümschöpfer sind neue Vorwürfe erhoben worden.

Mehrere von den Antillen stammende Angestellte der Zuggesellschaft Eurostar erstatteten Anzeige gegen Guerlain wegen rassistischer Bemerkungen am Pariser Nordbahnhof, wie es am Freitag aus Polizeikreisen hieß. Die Polizei leitete Ermittlungen ein.

Nach Angaben des Radiosenders France Info sollen drei Eurostar-Angestellte den Vorwurf erhoben haben, dass der 75-jährige Guerlain an dem Bahnhof genervt gesagt habe: "Frankreich ist ein Scheißland, das ist ein Scheißladen und obendrein wird man nur von Einwanderern bedient." Guerlain soll sich aufgeregt haben, weil die Angestellten zu ihm gesagt hatten, er sei zu spät zur Abfertigung gekommen und es solle eine Lösung für ihn in einem anderen Zug gefunden werden. Die Anzeige wurde laut Polizei am 28. Februar erstattet.

Guerlain hatte sich vor genau einem Monat vor einem Pariser Strafgericht wegen des Vorwurfs einer rassistischen Äußerung gegenüber Schwarzen verantworten müssen. Der Parfümschöpfer hatte im Oktober 2010 in einem Fernsehinterview gesagt: "Ausnahmsweise habe ich mal wie ein Neger geschuftet. Ich weiß nicht, ob die Neger immer so gearbeitet haben, aber gut..." Dem Parfümschöpfer drohen sechs Monate Haft und eine Geldbuße von 22.500 Euro; die Entscheidung wird noch im März erwartet.

Guerlain hatte sich vor Gericht damit gerechtfertigt, dass er aus einer anderen Generation stamme. Er entschuldigte sich nachdrücklich für "diese Dummheit". Er sei absolut nicht rassistisch, versicherte der 75-Jährige, "ganz im Gegenteil".

Guerlain war der letzte Eigentümer und Chefparfümeur des gleichnamigen Unternehmens, das 1994 an den Luxuskonzern LVMH verkauft wurde. "Die Nase", wie er auch genannt wurde, zog sich vor zehn Jahren aus der Firma zurück. Danach arbeitete er weiter als Berater, nach seiner Äußerung im Fernsehen brach das Unternehmen aber die Zusammenarbeit ab.

(AFP)