Tatort "Kinderland": Und keiner macht mal wieder was

Tatort "Kinderland": Und keiner macht mal wieder was

Zu Ostern hat sich die ARD etwas Besonderes für ihren "Tatort" einfallen lassen. Da Einfälle an sich erst einmal zu loben sind, ging der Auftakt des Zweiteilers "Kinderland" mit einigem Kredit ins Rennen. Doch dieser war recht schnell aufgebraucht. Denn stellenweise wirkte der Film wie eine zu oft gesehene Wiederholung.

Wenn Köln und Leipzig einen Fall gemeinsam lösen, dann muss natürlich die volle Dröhnung Wirklichkeit aufgefahren werden. Es ging um ausgerissene Kinder, Pädophile, kaputte Ehen, verzweifelte Eltern und Vereinsamung. Und weil der Zuschauer natürlich nicht von selbst versteht, dass es in Deutschland erbärmliche und traurige Schicksale gibt, blickten die Ermittler besonders betroffen in die Kamera. "Da stehen junge Mädchen auf der Straße 'rum, alle wissen es und keiner macht was", klagt Frau Saalfeld. Ihre Augen sind groß, das Gesicht ist leer. Spätestens da merkt jeder: Es ist mal wieder "Tatort"-Zeit.

Die Zusammenarbeit der beiden Ermittler-Teams verlief dann auch recht erwartbar. Erst gab es überraschenderweise Streit um Kompetenzen, dann zog man doch an einem Strang und verstand sich richtig gut. Dass dieser Handlungsstrang nie so richtig Fahrt aufnahm, liegt vielleicht daran, dass sich beide Ermittler-Teams recht ähnlich sind. Harte Schale, weicher Kern, betroffener Blick, enge Freundschaft, banale Streits wie bei einem alten Ehepaar. So läuft es immer in Leipzig und Köln.

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Aber erinnern wir uns an den Kredit für besondere Einfälle, Denn stellenweise wusste "Kinderland" dann doch zu unterhalten. Der Flirterei von Schenk und Saalfeld schaute man gerne zu. Auch Keppler und Ballauf hatten als neues Einsamer-Wolf-Duo einige starke Szenen. Und die gute Nachricht: Der zweite Teil am Montagabend wird deutlich besser. Spannender, schneller und tatsächlich: besonders.

Versprochen.

(das)
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