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Lehrerverband: „Noch in diesem Schuljahr Rückkehr in die Schulen ermöglichen“

Lehrerverband schlägt „Schichtmodell“ vor : „Noch in diesem Schuljahr Rückkehr in die Schulen ermöglichen“

Noch vor den Sommerferien könnten alle Schüler in den Unterricht in den Schulen zurückkehren – trotz Corona-Pandemie. Dieser Ansicht ist Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.

Meidinger schlägt dafür ein „Schichtmodell“ vor: Die Klassen werden geteilt und kommen abwechselnd für je eine Woche in die Schule und erhalten für die jeweils andere Woche Aufgaben für zu Hause. Das wäre nach Meidingers Ansicht ein praktikables Modell, das auf der einen Seite die geltenden Abstandsregelungen berücksichtigt und auf der anderen Seite verhindert, dass ganze Klassenstufen auf absehbare Zeit zu Hause bleiben müssten.

„Die Politik wäre auf der Grundlage dieses Modells in der Lage, einen schrittweisen, nach Klassenstufen gestaffelten Zeitplan der Rückkehr von Schülern in den Präsenzunterricht vorzulegen, der es vermutlich allen Schülern ermöglicht, noch in diesem Schuljahr in die Schulen zurückzukehren“, sagte Meidinger der Deutschen Presse-Agentur.

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Ein solches Vorgehen hätte seiner Ansicht nach mehrere Vorteile: Eltern könnten Betreuungs- und Arbeitszeiten besser planen, Raum- und Stundenpläne müssten kaum geändert und Fächer nicht gestrichen werden. Zudem würde die Gefahr gemindert, dass „sozial benachteiligte und leistungsschwache Kinder und Jugendliche sowie Schüler mit besonderem Förderbedarf“ durch dauerhafte Abwesenheit abgehängt würden.

Die bisherigen Pläne der Länder sehen anders aus: In Phase eins – die bereits läuft – kehren zuerst die Abschlussklassen in die Schulen für Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen zurück. In Phase zwei – ab 4. Mai – folgen diejenigen Klassen, die im kommenden Schuljahr Prüfungen ablegen und der oberste Jahrgang der Grundschulen. Was mit den anderen Klassenstufen passiert, ist bisher weitgehend unklar. Die für die Bildung zuständigen Kultusminister der Länder wollen am Montag in einer Schaltkonferenz über das weitere Vorgehen beraten.

(hebu/dpa)