Sparkasse: Azubis lernen Niag kennen

Sparkasse: Azubis lernen Niag kennen

Für die Niederrheinischen Verkehrsbetriebe (Niag) sind in den Kreisen Wesel und Kleve 320 Busse unterwegs. Dabei legen sie pro Jahr rund 12,3 Millionen Kilometer zurück. Das erfuhren jetzt 14 Auszubildende der Sparkasse am Niederrhein von Niag-Vorstand Peter Giesen.

Einen halben Tag lang durften die angehenden Bankkaufleute hinter die Kulissen des Verkehrsunternehmens blicken.

"Der öffentliche Nahverkehr macht nur noch 42 Prozent unsers Jahresumsatzes von rund 120 Millionen Euro aus" sagte Peter Giesen und ergänzte: "58 Prozent gehen aufs Konto der Geschäftsfelder Bahnbetrieb und Orsoyer Hafen." Nach einer guten Stunde Theorie zeigte Fachbereichsleiter Tobias Jakubowski den jungen Leuten, die von Sparkassenvorstand Bernd Zibell begleitet wurden, den Verkehrsleitstand und führte seine Gäste dann durch die riesigen Hallen am Firmensitz an der Rheinberger Straße in Moers.

"Der Leitstand ist rund um die Uhr besetzt. Hier laufen alle Daten, die jeder Bus sendet, zusammen", erklärte Tobias Jakubowski und nannte Beispiele: "Genauer Standort, aktuelle Geschwindigkeit, wo das Fahrzeug hält und wie lange die Türen offen sind."

  • Mehr Verkehr in ländlichen Gebieten : Niag denkt an Einsatz autonomer Busse

An normalen Tagen ist der Leitstand von einem Mitarbeiter besetzt, der gleich mehrere Monitore im Blick haben muss und mit jedem Fahrer per Funk sprechen kann. Die größte Halle ist ein Parkplatz für bis zu 90 Busse. Jedes Fahrzeug wird dort an ein Druckluftsystem angeschlossen, auch in der Nacht. Tobias Jakubowski: "Dadurch können die Busse morgens sofort losfahren." Früher hätten sie fünf Minuten im Leerlauf Druck aufbauen müssen. Diese Abgasbelastung müssen die Anwohner heute nicht mehr ertragen. Die Niag verfügt über ein Bildungszentrum und verschiedene Werkstatthallen. "Die Ausbildung zum Bus- und Lkw-Fahrer sowie zum Lok-Führer bieten wir auch als Dienstleistung an", so Peter Giesen. Zudem nutzen viele kleine Busunternehmen die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge von der Niag reparieren und warten zu lassen. Beispielsweise können sich nicht alle Firmen eine Hebevorrichtung für 19 Tonnen schwere Gelenkbusse leisten. Als Unternehmen, dass mehrheitlich in privater Hand liege - 51 Prozent hält Rhenus-Veniro, 49 Prozent die Kommunen Wesel, Kleve, Duisburg und Moers - sei man permanent auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern, so Peter Giesen, und zwar deutschlandweit. Zur Niag gehören die Tochterunternehmen VSN, Look und UTG. Die Gruppe beschäftigt über 650 Mitarbeiter in 70 Berufen.

Die Sparkassen-Azubis besuchten auch die Lok-Werkstatt an der Klever Straße sowie den Hafen in Orsoy. Dort werde das Geld verdient. Beispielsweise mit der stationären und drei mobilen Lok-Werkstätten sowie den Kohletransporten von Orsoy quer durch die Republik hin zu den Steinkohle-Kraftwerken der Steag, sagt Peter Giesen. Der öffentliche Nahverkehr hingegen sei defizitär. "Doch zusammengenommen schüttet die NIAG seit 2013 Gewinne an die Eigentümer aus", betont der Vorstand. Neue Angebote wie zum Beispiel die Kooperation mit Ford beim Car-Sharing runden das Portfolio der Unternehmensgruppe ab.

Die Nag plant den Einsatz von Smartshuttles, das sind selbstfahrende Kleinbusse. Die sollen Besucher der Kamp-Lintforter Landesgartenschau 2020 über das Ausstellungsgelände fahren.

(RP)
Mehr von RP ONLINE