Xanten: Poststraße: Nicht alle begrüßen Vorschläge für Tempo-Bremse

Xanten: Poststraße: Nicht alle begrüßen Vorschläge für Tempo-Bremse

Einige Anwohner der Poststraße sind sauer. Sie klagen über die zahlreichen Lastwagen, die ihrer Meinung nach nicht nur eine Gefahr darstellen, sondern auch sehr viel Lärm auf der Poststraße produzieren. André Naaf ist auch sauer - und zwar auf die Anwohner und die Aktionsgemeinschaft der Poststraße. "Das hat hier nichts mehr mit der Realität zu tun", sagt er. "Ich stelle auch das ganze Zahlenmaterial in Frage, das würde bedeuten, dass rund 250 Fahrzeuge pro Stunde bei Tag und bei Nacht die Messstelle passiert haben müssen."

Naaf wohnt am Kapellchenweg - eine Seitenstraße der Poststraße - und fährt tagtäglich - auch nachts - mit seinem Auto zu seinem Arbeitsplatz nach Düsseldorf. Er geht auch regelmäßig mit seinem Hund auf den Bürgersteigen der Poststraße spazieren. Er kennt die Situation also gut und ist von den Maßnahmen, die die Stadt nun prüfen soll, unmittelbar betroffen.

Für den Hintergrund: Die Aktionsgemeinschaft forderte in ihrem jüngsten Antrag unter anderem eine Ausweitung der Tempo-30-Zone, zusätzliche Querungshilfen, Teilaufpflasterungen, eine Verengung der Einmündungen vom Augustusring, versetztes Parken auf der Fahrbahn und eine Testphase für ein Lkw-Durchfahrtsverbot.

Die Mitglieder des Bezirksausschusses Xanten nahmen den Antrag an. So soll der Rat die Verwaltung beauftragen, die von der Aktionsgemeinschaft beantragten Verkehrsmaßnahmen, zeitnah zu prüfen.

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Naaf hätte für ein Lkw-Durchfahrtsverbot durchaus Verständnis, der Maßnahmenkatalog ist seiner Meinung nach allerdings "völliger Schwachsinn". Er sagt: "Versetztes Parken birgt mitunter auch Gefahren, eine Teilaufpflasterung wirkt sich sicher nicht positiv auf den Lärm aus und die Verengung der Einmündungen vom Augustusring ist absolut unwirtschaftlich."

Schon der Flyer, den die Aktionsgemeinschaft Anfang Januar verteilt hat und mit dem fast 1000 Unterschriften gegen den Schwerlastverkehr gesammelt wurden, hält Naaf für "Populismus pur". Darauf ist zu lesen, dass mehr als 48.000 Fahrzeuge die Post- und Bahnhofsstraße wöchentlich befahren würden, 7600 davon seien Lkw, Transporter und Schwerlastzüge, die überwiegend das Gewerbegebiet anfahren würden. Die Aktionsgemeinschaft bezieht sich auf eine Messung vom 6. bis zum 14. November gegenüber dem Gymnasium. Die Zahlen decken sich auch mit dem Ergebnis. Allerdings handelt es sich bei den 7600 "großen Fahrzeugen" hauptsächlich um Transporter (5444). "Es waren nur 688 Schwerlaster, das bedeutet, es sind durchschnittlich rund 3,6 Lkw rund um die Uhr unterwegs."

(jul)