Sonsbeck: Tretminengefahr: CDU für Hundezählung

Sonsbeck: Tretminengefahr: CDU für Hundezählung

Ärger über Hinterlassenschaften von Vierbeinern landen immer wieder auf der politischen Tagesordnung. Die SPD scheiterte mit ihrem Antrag, fünf zusätzliche Abfallbehälter dafür aufzustellen. Die Mehrheit setzt auf Einsicht.

Die SPD-Fraktion beißt sich fest: Alle Jahre wieder bringt sie das leidige Thema Hundekot in die politische Diskussion ein. Das war so in 2013, 2014, 2017 - hat die Verwaltung mal aufgezählt. Und auch nun schon wieder: Fünf zusätzliche Abfallbehälter mit Hundekot-Beutelspendern will sie an Stellen aufgestellt haben, die sie als besonders tretminenträchtig betrachet. "Wir müssen endlich was tun", sagte Christa Weidinger (SPD). Mit einer derartig viel Dreck dürfe man sich doch nicht einfach abfinden.

Sonsbeck, so die Fraktionssprecherin der Sozialdemokraten, stehe mit dem Problem nicht allein. Aber sie habe auf einem 1,5 Kilometer langen Spaziergang bei 35 Haufen aufgehört zu zählen. "Wir müssen Hundebesitzern klar machen, dass das so nicht geht." Und stieß damit nicht auf taube Ohren. Da wurde der Ruf nach Sanktionen laut.

Horst Gehrke (BIS) nahm die Schweiz zum Vorbild. Da gebe es fast an jeder Ecke Hundekotbehälter. Die Straßen seien blitzblank, wer bei Verstößen erwischt werde, dem drohten saftige Strafen. Eckard Bollmann rief gar Passanten dazu auf, uneinsichtige Hundehalter zu melden, wenn sie beim Gassigehen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht enstorgen.

Jürgen Kühne (FDP) mahnte an, dass die Politesse mehr Druck machen solle. Ihr, so hatte Bürgermeister Heiko Schmidt erklärt, sei mit auf den Weg gegeben worden, auch Ordnungswidrigkeiten zu ahnden, die nichts mit dem Straßenverkehr zu tun haben.

Immerhin: Bei derartigen Verstößen sind laut Gemeindesatzung 30 Euro Buße fällig. Allerdings, so die Verwaltung, sei so ein saftiges Knöllchen bislang noch nie verhängt worden. Kühne erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass Sonsbeck die niedrigsten Hundesteuersätze weit und breit sei. Auch das könne man ja mal ändern.

Ohnehin verführe er geringe Satz offenbar dazu, dass Hunde für eine Marke in Sonsbeck angemeldet würden, die anderorts leben. Gegen solche Mehreinnahmen habe man allerdings nichts, hieß es aus den Reihen der CDU. Deren Fraktionschef Josef Elsemann dachte schon mal laut über eine erneute Hundezählung nach. Die sei wohl fällig. Der Bürgermeister, der an anderer Stelle die Mehrzahl der vernünftigen Hundebesitzer in Schutz genommen hatte, hat angesichts von 200 Abfallbehältern in der Gemeinde das Kosten-Nutzen-Verhältnis von weiteren fünf Beutelspendern in Frage gestellt. Er setzt auf Prävention: Beim Dorfaktionstag nächsten Woche werde vor allem auch Kindern vor Augen geführt, dass sich beim Umgang mit Müll und Hundedreck etwas ändern müsse.

Dem schloss sich die große Mehrheit im Haupt- und Finanzausschuss an: Es soll keine neuen Beutelspender geben. Immerhin. Ein Wunsch der SPD geht wohl in Erfüllung. An der Gommanschen Mühle wird ein Schild platziert: "Kein Hundeklo."

(RP)