Xanten: 924 Unterschriften gegen Lkw auf der Poststraße

Xanten: 924 Unterschriften gegen Lkw auf der Poststraße

Kein Durchgangsverkehr für Lastkraftwagen in Richtung Gewerbegebiet: In nur drei Wochen hat die Aktionsgemeinschaft eine Menge Gleichgesinnter gefunden. Eine Bürgerversammlung soll her.

924 Unterschriften gegen Lkw-Durchgangsverkehr auf der Poststraße hat die Aktionsgemeinschaft in den vergangenen drei Wochen gesammelt. "Ich habe mit einer großen Resonanz gerechnet. Aber dass es so viele werden...", freut sich Sprecher Everhard Mingels über die Haustüraktion. Gestern wurden Bürgermeister Thomas Görtz die Listen übergeben. Mingels: "Der Rat kann sie nicht einfach beiseiteschieben."

Der Xantener kennt die Poststraße noch aus Zeiten, als kurz hinter dem Europaplatz die architektonische Zivilisation aufhörte und in Felder und Wiesen überging. In den 40er Jahren hatte sein Vater das Wohnhaus nahe des heutigen Europaplatzes gekauft. Seitdem hat sich viel verändert, die Verdichtung durch immer mehr Häuser nahm rapide zu. Und ist längst noch nicht abgeschlossen. Das neue Atriumgebäude beherbergt 93 Wohnungen, demnächst sind Ausbau und Erweiterung des Evangelischen Seniorenheims gegenüber fertig, auf dem Gelände der früheren Förderschule entsteht weiterer Wohnraum. Aber nicht nur immer mehr Bewohner wollen die Poststraße nutzen. "Die letzte Verkehrszählung ergab einen Anteil beim Schwerlastverkehr von 15,76 Prozent. Das bedeutet 900 bis 1000 Lkw, Lastzüge und Transporter bei Tag und Nacht", beklagen die Anwohner in ihrem Antrag an den Rat. Besonders nachts macht ihnen der Verkehrslärm zu schaffen. "Ein Lkw ist so laut wie 20 Pkw." Mit ihrer Initiative wollen die Anlieger vor allem eins erreichen: ein Durchfahrverbot für Lkw mit dem Ziel Gewerbegebiet. Mingels: "Für uns ist es eine enorme Belastung, viele können nachts nicht mehr ruhig schlafen."

Auf besonderes Unverständnis bei der Haus-zu-Haus-Befragung sei die Stellungnahme der Polizei gestoßen, dass die Poststraße keinen Gefahrenschwerpunkt darstelle. "Die Menschen sind darüber empört. Muss denn erst etwas passieren? Wird man dann endlich wach?", fragt er in Richtung Polizei, aber auch in die des Rates.

Glücklicherweise habe sich bislang noch kein schwerwiegender Unfall ereignet. Mingels: "Wer jedoch sieht, wie ältere Mitbürger mit Rollatoren hilflos in der Straßenmitte stehen und von Lkw flankiert werden, oder wer Schüler beobachtet, wird jede Maßnahme zur Verkehrsberuhigung begrüßen." Ein Lkw-Durchfahrverbot, das jedoch den Zulieferverkehr für die Geschäfte in der Innenstadt gestattet, ist nicht die einzige Forderung der Aktionsgemeinschaft, aber in der aktuellen Diskussion die wohl umstrittenste.

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In ihrem Antrag spricht sich die Initiative ferner für eine erweiterte Tempo-30-Zone auf der gesamten Poststraße aus. Auch das würde Lastwagen abhalten, argumentiert Mingels, die Fahrzeuge würden die Umgehung nutzen. Außerdem schlägt der Antrag weitere Querungshilfen vor und eine erhöhte Fahrbahnpflasterung in Teilen der Straße. Weitere Vorschläge: versetztes Parken und engere Einmündung am Augustring.

Mingels fordert eine Bürgerversammlung, damit Rat und Verwaltung Meinungen der Anwohner hören. Was lässt sich umsetzen? Was ist rechtlich möglich? "Bisher waren sie in die Planung kaum eingebunden", kritisiert er. "Aber man muss doch die Menschen mitnehmen."

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(kump)