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Willich: Einsparungen bei der OGS

Willich : Einsparungen bei der OGS

Die CDU-Mehrheit in den Fachausschüssen hat beschlossen, dass Leiterinnen der OGS künftig nicht mehr für Leitungsaufgaben freigestellt werden. Das spart 166 000 Euro pro Jahr ein. Eltern protestierten gegen die Pläne.

Stadt Willich Es war eine mehr als zweieinhalbstündige gemeinsame Sitzung des Schul- und des Jugendhilfeausschusses, die von vielen Zuschauern verfolgt wurde. Am Donnerstagabend berieten Politiker und Verwaltung, wie die Offene Ganztagsgrundschule (OGS) angesichts der desolaten Haushaltslage der Stadt Willich von Einsparungen betroffen sein kann oder soll.

Bester Standard

Tillmann Bieber vom Beratungsinstitut "Komplan" stellte ein Gutachten vor, in dem das Willicher OGS-System sieben Vergleichskommunen der Region (RP berichtete) gegenüber gestellt wurde. Das Ergebnis: Die Stadt Willich bietet den besten Standard und die OGS ist hier ein "aktiv und konsequent genutztes pädagogisches Instrument für vorausschauende Sozialpolitik", so Bieber. Neben einer guten Ausstattung und Organisation ist ein besonderer Pluspunkt, dass es in Willich eine reine Fachkraft-Betreuung gibt. Das heißt, nur Erzieher, Sozialpädagogen oder Erzieher im Anerkennungsjahr betreuen die Kinder, keine Aushilfen. Jede Gruppe wird von 1,5 Fachkräften betreut, die Leiterin wird pro zwei Gruppen mit einer Viertelstelle für Leitungsarbeiten freigestellt.

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Als Einsparmaßnahme hatte die Verwaltung vorgeschlagen, dass diese Freistellung der Leiterin entfallen soll. Zudem soll die Öffnungszeit der OGS von jetzt 8 auf 11.30 Uhr verschoben werden, weil die Kinder vorher im Schulunterricht und damit unter Lehreraufsicht sind. Dafür soll die OGS-Betreuung künftig bis 17 Uhr (jetzt 16 Uhr) ausgeweitet werden, um dem Bedarf der Eltern besser zu entsprechen. Es bleibt dabei, dass jedes Kind aufgenommen werden soll.

Die Politiker unterstützten die Veränderung der Öffnungszeiten mit großer Mehrheit. Streit entstand hingegen bei der geplanten Streichung der Leitungsfreistellung. Die CDU hält sie angesichts der städtischen Finanzen für unumgänglich, SPD, FDP und Grüne waren dagegen. Sie haben aber im Rat keine Mehrheit. Jugendhilfeausschuss-Vorsitzender Dieter Lambertz (CDU) nannte die vorgeschlagenen Einsparungen einen Wandel der OGS von "einer S-Klasse auf einen gehobenen Mittelklassewagen". Die 166 000 Euro Einsparung dienten nicht zum Löcherstopfen an anderer Stelle, sondern zum Erhalt bis 2013, wenn sich die Finanzsituation hoffentlich wieder verbessert habe.

Erika Klopmeier (SPD) nannte den Vorschlag "keine intelligente Lösung", ihr Parteifreund Uli Winkler forderte, dass sich alle Kreistagsabgeordneten gegen eine weitere Erhöhung der Kreisumlage wehren sollten. Thomas Brandt (FDP) wiederholte seine mehrfach geäußerte Forderung, den Umbau des Kaiserplatzes zu streichen – der ist aber mangels Geld ohnehin nicht im Haushalt 2011 eingeplant.

Die Willicher Stadtverwaltung soll jetzt einen weiteren Arbeitskreis mit den Schulen, OGS-Vertretern und Kooperationspartnern einrichten, um "die konzeptionelle und personelle Umsetzung der geänderten Betreuungszeiten" vorzubereiten.

(RP)