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Stadt Willich: Diebe machen Hühner verrückt

Stadt Willich : Diebe machen Hühner verrückt

Als Christoph Leiders auf dem Stautenhof am Mittwochmorgen die Eier prüfte, fand er nur panische Hühnerund leere Nester vor. Diebe stahlen die Solaranlagen der mobilen Hühnerställe – und das so kurz vor Ostern.

Ein Huhn legt sein Ei um Punkt vier Uhr. Sonst bricht für das Tier die Welt zusammen. Damit das nicht passiert, gehen um vier Uhr im ökologisch geführten Stautenhof in Anrath automatisch die Lichter im Hühnerstall an, gleichzeitig öffnen sich die Luken zu den Brutnestern. Normalerweise. In der Nacht zum Mittwoch blieb das Licht aus, die Luken dicht. Während Familie Leiders noch schlief, herrschte im mobilen Hühnerstall große Aufregung. Ausgerechnet kurz vor Ostern legten die Hühner ihre Eier nicht um vier, auch nicht um fünf Uhr. Sie konnten nicht. Der Grund: Diebe hatten die Solaranlagen, die den Alltag der Hühner Morgen für Morgen regeln, gestohlen.

Schon der zweite Diebstahl

Dass am Mittwochmorgen etwas nicht stimmte, bemerkte Christoph Leiders nicht nur an den fehlenden Anlagen, sondern auch an den Tieren selbst. "Hühner sind sehr sensibel. Wenn die aus dem Rhythmus geraten, verfallen sie sofort in Panik", erklärt Leiders. Ein Schock, an dem die Hühner, die geistig voll auf ihren straffen Terminplan eingestimmt sind, längere Zeit zu knabbern haben. "Die Hühner sind dann unsicher, legen nicht mehr so zuverlässig Eier", sagt Leiders.

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Das Ostergeschäft sei zwar nicht in Gefahr, ärgerlich ist der Vorfall allemal. Denn schon im Januar stahlen Diebe – wie auch dieses Mal – zwei Anlagen der insgesamt drei Hühnermobile. Damals wie heute gibt es vom Täter keine Spur. Der Schaden beläuft sich auf etwa 1000 Euro, inklusive der Legehemmung der Hühner, die den automatisch gesetzten Legereizen erst wieder vertrauen lernen müssen.

Immerhin: Der Diebstahl ist der einzige Problemfall in der noch jungen Hühnerhaltungsära am Stautenhof. Dabei konnte Leiders Hühner früher gar nicht leiden. "Die verdreckten Ställe, die Gitter, das war alles nichts für mich", erzählt der 43-Jährige. Dann überzeugten ihn Bioland-Vertreter mit den mobilen Hühnerställen. Das regelmäßige Versetzen der Ställe, die Bodenbeschaffenheit und der Auslauf sorgen für zufriedene Hühner und sehr gute Eier. Selbst die kuriose Eigenart am Stautenhof, die Eier zum Kilopreis von 5,80 Euro zu verkaufen, kam gut an. "Am Anfang sagten die Leute noch: 'Jetzt sind die Leiders' verrückt geworden'", sagt Leiders über den Start im Vorjahr.

Jetzt läuft das Geschäft mit den Bio-Eiern, die ausschließlich auf dem Hof verkauft werden. "Ich habe da so viel Spaß dran, die Hühner werden sicher nicht abgeschafft", sagt Leiders, der sogar über einen vierten mobilen Hühnerstall nachdenkt. Zuvor hofft er auf Mithilfe bei der Suche nach dem Dieb. Schließlich will er nicht, dass seine Hühner noch einmal morgens um vier beim Legen gestört werden. Schon gar nicht vor Ostern.

(RP)