Hamminkeln: Arbeiter finden Skelett - Mordkommission ermittelt

Mordkommission ermittelt: Rätsel um Skelettfund in Hamminkeln

Bei Bauarbeiten für einen Strommast an der Schledenhorster Straße hat die Polizei ein Skelett gefunden. Als möglich gilt ein Zusammenhang mit dem Fall einer seit 1983 vermissten Frau. Die Mordkommission Duisburg ermittelt.

Noch halten sich die Ermittler bedeckt, wollen keine Details mitteilen. Nach Informationen unserer Redaktion gilt es aber als möglich, dass der Leichnam einer seit 1983 vermissten Frau am Montag am Rande eines Waldstücks bei Mehrhoog gefunden wurde. "Wir äußern uns erst zu dem Fall, wenn wir 100-prozentige Sicherheit haben", sagte Daniela Krasch, Sprecherin der Polizei in Duisburg, auf Anfrage unserer Redaktion am Mittwochabend. Bei dem Skelett soll es sich um das einer Frau handeln. Es soll dort schon Jahrzehnte gelegen haben, wie die Obduktion ergab.

Gefunden wurde das Skelett bereits am Montag bei Bauarbeiten der Firma Amprion für einen Strommast. Arbeiter gruben dort ein nur wenige Quadratmeter großes Loch. Es handelt sich um das Waldgebiet im Dreieck Schledenhorster Straße/Wittenhorster Weg. Ausgerechnet an der Stelle, an der die Arbeiter gruben, war der Leichnam der Frau vergraben. Zunächst wurde der Skelettfund der Polizei Wesel gemeldet, die wiederum schaltete die Mordkommission in Duisburg ein, die in solchen Fällen zusammen mit den Weseler Kollegen die Ermittlung übernimmt.

Die Obduktion hat bereits stattgefunden. Auch am Mittwoch hielten sich die Ermittler am Fundort auf, sicherten Spuren und suchten in der Erde nach Beweisen. Das Loch ist mit Metallgittern abgesperrt. Wie tief die Leiche vergraben lag, konnte die Polizeisprecherin nicht mitteilen. Sie soll aber tief unter der Erde gelegen haben.

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Gibt es Zusammenhänge mit dem Vermisstenfall aus dem Jahr 1983? Wochenlang beherrschte der Fall der vermissten Frau, die an der Straße Leege Heide unweit des aktuellen Fundortes wohnte, damals die Schlagzeilen. Ihr Ehemann hatte sie damals als vermisst gemeldet. Die Polizei setzte Spürhunde ein. Es gab jedoch trotz intensiver Suche keine Spur.

Die Polizei bestätigte am Mittwoch, in alle Richtungen zu ermitteln, also auch Verbindungen zum Fall der verschwundenen Frau zu prüfen. Problem: Computeraufzeichnungen gab es damals nicht. Das Besorgen der Akten dauert jetzt länger. Das Ehepaar hatte Kinder. Die Familie der Verschwundenen soll inzwischen nicht mehr in Hamminkeln leben. Der Mann soll mittlerweile gestorben sein, wurde am Mittwoch in Mehrhoog berichtet, wo der Fall bereits Gesprächsthema in der Redaktionssitzung des Ortsteilmagazins Sandhase war. "Damals wurde viel über das Verschwinden spekuliert, aber es waren alles nur Mutmaßungen", sagt eine Mehrhoogerin aus dem Redaktionsteam.

Das Waldstück liegt am Rande des Mehrhooger Ortskerns, nur wenige Trampelpfade führen durch das Gelände. "Höchstens ein paar Hundehalter nehmen diesen Weg durch das Feld" sagte ein Anwohner, dem aber der Fall der verschwundenen Frau nicht mehr präsent war. "Dass an dieser Stelle niemandem etwas aufgefallen ist, muss nicht verwundern."

(SP)