Schermbeck: Ministerien teilen Bedenken nicht

Schermbeck: Ministerien teilen Bedenken nicht

Zeelink-Trasse: Bürgermeister Mike Rexforth und Delegation in Düsseldorf.

Ihre Bedenken gegen die geplante Trassenführung der Erdgasleitung Zeelink hat die Gemeinde Schermbeck nicht nur in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am Donnerstag formuliert (wir berichteten). Am nächsten Tag gehörten Bürgermeister Mike Rexforth und Rainer Kremer als Sprecher der Schermbecker Landwirte zu einer Abordnung, die nach Düsseldorf fuhr, um ihre Bedenken auf ministerialer Ebene vorzutragen.

Die Landtagsabgeordnete Charlotte Quik (CDU) hatte das Treffen mit Umweltministerin Christina Schulze Föcking und hochrangigen Mitarbeitern des Umweltministeriums und des Wirtschaftsministeriums vermittelt. Zur Besucherdelegation gehörten auch Verwaltungsmitarbeiter aus Hünxe und Voerde sowie Vertreter der Landwirtschaftskammer.

"Wir haben unsere Bedenken vorgetragen", sagte Bürgermeister Rexforth gestern. Es sei ein sehr sachliches Gespräch gewesen, in dessen erstem Teil die Vertreter der Ministerien noch einmal ausführlich das Genehmigungsverfahren erläutert hätten.

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Die Bedenken der Gemeinde Schermbeck zu den Gefährdungen der Schutzgüter Mensch und Boden wurden von den Vertretern der Ministerien nicht geteilt. Die Schermbecker hatten sich auf einen Forschungsbericht des Bundesamtes für Materialforschung und Prüfung aus dem Jahre 2009 berufen. In dem Bericht war man zu der Auffassung gelangt, dass in einem Havariefall erhebliche Zerstörungen in einem Abstand von etwa 350 Metern beidseits einer Gastrasse zu erwarten seien. Die Vertreter der Ministerien waren der Auffassung, dass das Risiko eines Havariefalles gegen Null gehe. Auch die Bedenken hinsichtlich der Gefährdung des Bodens wurden in Düsseldorf anders gesehen als im Schermbecker Rathaus. Die Gefahren für die Böden seien zu vernachlässigen.

"Grundsätzlich konnte man unsere Bedenken nachvollziehen", bewertet Rexforth das Gespräch, das mit einer Zusicherung geendet habe. Der Dämmerwalder und Weselerwalder Raum wird nicht nur durch die Zeelink-Leitung und die Stromleitung des Unternehmens Amprion belastet, sondern nach den Vorstellungen der Planer auch durch eine noch zu erstellende 380-kV-Stromleitung. Die Vertreter der Ministerien sicherten zu, möglichst bald mit den Planern der 380-kV-Leitung zu sprechen, um zu erreichen, dass es nicht zu einer Dreifachbelastung des Raumes kommt.

(hes)