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Niederkrüchten: Diskussion um ein Kulturkonzept

Niederkrüchten : Diskussion um ein Kulturkonzept

Die Gemeinde Niederkrüchten will die Verluste für kulturelle Veranstaltungen reduzieren, ohne das Angebot zu verringern

Seit zwei Jahren geht die Gemeinde Niederkrüchten in ihrem Kulturprogramm neue Wege. Weil vermeintliche Zugpferde in der Vergangenheit die Hallen nicht füllten, aber satte Garantiehonorare kassierten, blieb die Gemeinde pro Auftritt nicht selten auf einem vierstelligen Defizit sitzen. Daher bietet das Niederkrüchtener Kulturamt den Künstlern beziehungsweise deren Management die Begegnungsstätte seit 2015 zur Miete an. Das Risiko liegt so beim Künstler: Wer viele Besucher anlockt, nimmt einen kräftigen Gewinn mit. Bleibt das Publikum zu Hause, fällt die Künstlergage entsprechend geringer aus. Die Gemeinde begnügt sich mit einer kleinen, aber sicheren Mieteinnahme von 500 bis 750 Euro.

Das hat das Minus im Kulturetat reduziert - aber auch das Angebot. Denn einige Künstler scheuen das finanzielle Risiko. Auch deswegen ist Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) in die Offensive gegangen, um neben dem üblichen Angebot an Kindertheaterstücken und Ausstellungen weitere Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit örtlichen Künstlern und Kulturschaffenden auf die Beine zu stellen. Dazu gehören der erste Elmpter Nachttrödelmarkt und der "Krüchtener Kultursommer" in Zusammenarbeit mit der Musikschule Lucht. Einigen Mitgliedern des Kulturausschusses war dies scheinbar ein wenig zu forsch. Ausschussvorsitzender Wolfgang Fonger (CDU) mahnte mehr Mitsprache für den Ausschuss an. Die CDU beantragte, die Verwaltung möge ein Kulturentwicklungskonzept erstellen, das einen Überblick über die aktuelle kulturelle Infrastruktur sowie deren Potenziale und Defizite geben und darstellen soll, wie das kulturelle Leben in Niederkrüchten in den nächsten fünf Jahren entwickelt werden kann.

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Aus Sicht von Wassong und mehreren Rednern der anderen Parteien wäre ein so ambitioniertes Entwicklungskonzept für die Möglichkeiten der Gemeindeverwaltung eine Nummer zu groß. Hier müsse ein externes Fachbüro beauftragt werden, so Wassong. Kostenfaktor: mindestens 10.000 Euro. Nach teils wirrer Diskussion beschloss der Ausschuss mit knapper Mehrheit (8:7), das Ganze eine Nummer kleiner zu fahren: Nun soll die Verwaltung mit Eigenmitteln ein Konzept erarbeiten, das die grundsätzlichen Ansätze und Ziele der Kulturarbeit in der Gemeinde für die nächsten fünf Jahre beschreibt.

Das Kulturprogramm für die Spielzeit 2017/18 beinhaltet zwei Kindertheaterstücke: "Weihnachten mit dem kleinen Rabe Socke" gibt es am 20. November 2017. Am 3. März 2018 kommt "Das kleine Gespenst" in die Begegnungsstätte. Der traditionelle Kunsthandwerkermarkt "Kreativa" findet am 5. November 2017 ebenfalls in der Begegnungsstätte statt. Zudem sind drei Ausstellungen mit Fotoarbeiten von Dieter Wiesmann, Ulrich Berger und Uli Staege im Rathaus zu sehen. Termine: 2. Juni, 15. September und 30. November 2017.

Zum Weltyogatag lädt die Yogalehrerin Anne Steinhauser am 21. Juni 2017 ein. Am 19. August geht der erste Elmpter Nachttrödelmarkt im Park von Haus Elmpt über die Bühne - mit Musik und buntem Rahmenprogramm. Zum "Krüchtener Kultursommer" vom 15. bis 17. September können sich Musikfreunde auf Purple Schulz, den Gitarristen Franco Morrone und einen Jazzfrühschoppen freuen. Fans des niederrheinisch-bodenständigen Humors kommen am 13. Oktober bei "Löschzugführer Jackels" und am 13. Dezember bei "Hastenrath's Will" auf ihre Kosten.

(jo-s)